Und danach
Was dann …?
und danach, was dann…..
Möglichkeiten nach der Pandemie unnötigen Kriegen, oder nur geträumt
von Cornelia Uta
Die Crew
Felix und Fritz Bauer geb. 2010, Raumfahrt ESA, Germany
Marie Braun, geb 2011 Gynäkologin, invitioto ferilisation, Gentechnik, Germany
Kahlil und Omar Dubois, ,geb 2009, Physiker, Mathematiker, France
Amira und Ines Saadi, geb 2011 Astrologin und Lehrerin, Biologie France
Luan Wu, geb 2010 Agrarwissenschafler, Solarenergie, China
Chen Lu Chen, geb 2009 Raumfahrt Pilot, China
Puma Hong 2009, Maschienenbau, Süd Korea
Sa Bin Mingh, geb 2008 IT Ingenieurin, Nord Korea
Balu Singh, geb 2007 Programmierer Indien
Ayala u. Esha Mandala , geb 2007, Geologin u. Agraring/Foot, Indien
James Miller, geb 2007 Nasa Techniker USA
Ines Garcias geb 2010, Chirurgin, Augenheilkunde USA
Jacob Goldmann, geb 2011, Kernforschung, Cern, Schweiz
Rebecca Lemberg, geb 2012, Lebensmitteltechnikerin, Israel
Igor Sakolow, geb 2012, Kernphysik, Pilot Russland
Ivana Ivanowa, geb 2007 Med/Strahlen/Nuklear Russland
Alexey Smirnow geb 2010, Kosmonaut, Russland
Natalia Petrowa, geb 2006, .Mathe, Sprachen, Russland
Cooper White, geb 2010 Armee/ Pilot Australien
Ella Johnson, geb 2009, Aqualogin, Metrologin, Australien
Der blaue Planet, 2038, Nichts ist mehr wie früher.
Die Umwelt ist zugemüllt. Die Klimakatastrophe nicht mehr aufzuhalten.
Die Regierungen, die sich Jahrtausende bekriegt haben, wollen jetzt mal friedlich zusammenarbeiten. Es ist 12 Uhr, oder sogar schon später. Eine Pandemie jagt die nächste und Viren kennen kein Landesgrenzen, keine Religionen, keine Hautfarben.
Jahrelang hat man gestritten, verhandelt, Ziele gesetzt. Pakte geschlossen, nichts ist dabei herausgekommen.
Korruption und Vetternwirtschaft , Geldgier haben es unmöglich gemacht.
Die Pandemien, Hungersnöte, nukleare Unfälle haben gut die Hälfte der Weltbevölkerung dahingerafft. Das Land schrumpft, da die Pole schmelzen. Rapide-water-flow, Inseln verschwinden im Meer. Die Lebensmittelindustrie ist am Ende, da Wetterextreme die Ernten vernichten, alle Kaffepflanzen sind einem Pilz, bzw. Virus, zum Opfer gefallen, die Meere sind soweit leergefischt oder mit Microplastik verseucht. Sauberes Trinkwasser gibt es bald nicht mehr, auch Microplastik verseucht.
Energie und Treibstoff gibt es genug, aber wozu. Reisen kann und will niemand mehr. Und der saubere Oköstrom bleibt größtenteils ungenutzt.
Eine neue Welt muss her. Auf zu neuen Ufern. Planet B.
Wir brauchen Menschen die bereit, sogar ihr Leben zu opfern, ihre vertraute Umgebung zu verlassen und eine gute Alternative zu finden. Pioniere aller Länder vereinigt euch, Gebt uns eine Zukunft.
Geboren in Darmstadt. 2010, Felix und Fritz Bauer
Mann bin ich aufgeregt. Das Training hat nix gebracht. Meditation, Ruhe, Abschalten, ich kann mich auf nichts konzentrieren. Ich erreiche Fritz nicht, obwohl der nur ca einen Kilometer von mir entfernt ist. Vielleicht ist der genau so fertig wie ich. Ich spüre ihn nicht. Das ist nicht normal. Was ist bei uns schon normal. Wir sind eineiige Zwillinge und können uns seit Kindertagen telepathisch verständigen. Das war zu Hause und in der Schule immer sehr hilfreich. Wenn zu Hause dicke Luft war, konnte einer den anderen schon mal vorwarnen. In der Schule haben wir für Klassenarbeiten immer abwechselnd gelernt., und dann telepathisch gegenseitig ausgeholfen. Das ging so weit, dass man uns die Arbeiten in verschiedenen Räumen hat schreiben lassen. Irgendwann haben sie uns zum Psychologen geschafft, wir hatten es wohl übertrieben. Filme oder Vorträge wortgenau wiedergegeben, obwohl einer von uns gar nicht dabei war.
So jetzt war es raus. Wochenlang hat man uns getestet, auf große Distanzen hin konnten wir kommunizieren.
In meinem Kopf sind quasi zwei Gehirne, das eine kann ich kontrollieren, das andere läuft wie ein Traum nebenher, das ist mein Bruder. Das zweite Gehirn kann ich ausblenden, zumindest nur im Hintergrund laufen lassen. Sobald mein Bruder mit mir kommunizieren will , klopft es an und ich wende mich dem zu und antworte.
Wir haben dieses Geheimnis lange für uns behalten, denn es war praktisch. Anfangs wussten wir gar nicht, dass wir anders sind als andere. Als wir bemerkten, dass wir das alleine hatten, waren wir zunächst verstört. Mit unseren Eltern darüber zu reden klappte nicht, die hielten das für Humbug. Wir behaupteten das nur, wir bilden uns das nur ein. Gut dann behalten wir das für uns und ziehen das beste daraus.
Wir haben dann auch schon mal experimentiert, so als wir ca 9 Jahre waren, ob Entfernung, dicke Kellerwände, Stahlhelme auf dem Kopf, etwas ändern. Nein, die Nachrichten kamen fast ohne Verzögerung. Cool, wir fühlten uns wie Super-Spiderman.
Es wurde erst problematisch, als wir in die Pubertät kamen und das eine oder andere gerne mal alleine gemacht hätten. Wir waren fast wie eine Person in zwei Körpern. Wenn ich ein Mädel anmachen wollte, bekam ich dann blöde Tips von Fritz. Umgekehrt aber auch.
So wird sich niemand wundern, dass wir Schule, Abi, Studium, alles gemeinsam machten. Erst an der TH Darmstadt schlugen wir nach dem Grundstudium für Raumfahrttechnik verschiedene Wege ein.
Ich wollte schneller höher weiter, alternative Treibstoffe und Antriebsmöglichkeiten.
Fritz beschäftigte sich derzeit mit dem Material, das meine Wunschgeschwindigteiten übersteht.
Im Laufe unserer wissenschaftlichen Tätigkeit haben wir dann auch einige Auslandssemester absolviert, u.a. in den USA und Russland. Obwohl wir auf verschiedenen Kontinenten waren, konnten wir kommunizieren. Es war alles so spannend, zum heiraten und für Familie hatten wir keine Zeit.
Zwei gutaussehende, finanziell unabhängige Wissenschaftler, beide mit Doktortitel. Es waren nicht die Gelegenheiten, eine Frau zu treffen, aber eine die ihren Mann mit der Raumfahrt und dem Bruder teilen sollte, war auf Dauer nicht zu finden.
Bei dem Austausch mit anderen Wissenschaftlern lernte ich bei Airbus in Frankreich Omar kennen. Einen Mathematiker, der auch einen Zwillingsbruder hat, mit dem er telepathisch verbunden ist. Hurra, wir sind nicht allein. Da muss sich doch was draus machen lassen.
Omar sitzt jetzt neben Felix und ist völlig entspannt. er spricht ihn an und frage, ob er mit seinem Bruder verbunden ist. Oui, naturellement. „Kalhil sagt, Fritz kann dich nicht erreichen. Eh Alter mach was, das ist jetzt wichtig“. OK, ok ich versuche es weiter, es ist aber nicht mehr viel Zeit, noch zwei Stunden bis zum Boarding, vier bis zum Abflug. „Fritz, bitte kommen“. Na also, da bist Du ja .
Geboren in Paris 2009 Kahlil und Omar Dubois
Zwillingsbrüder , Vater war ein echter Franzose, so ein Typ mit Pastis in der Hand und Gauloises im Mundwinkel . Althippy . Er hatte damals gegen alle Konventionen eine Marokkanerin zur Frau genommen. Er wollte allen beweisen, dass alle Kulturen zusammenpassen. Religionen sind auch alles der gleiche Scheiss. Obwohl er Atheist war, mussten seine Söhne neben der christlichen Schule, incl Religionsunterricht, auch die Koranschule besuchen, was dazu führte, dass beide später zum Islam konvertierten. Ob die Mutter da an ein paar Schrauben gedreht hat ist nicht bekannt. Egal, der Vater war sehr zufrieden mit den Buben, die in der Schule echte Musterschüler waren und immer beide die gleichen guten Noten nach Hause brachten.
Kahlil und Omar hatten ihr Geheimnis. In der Schule waren sie die Araber, obwohl sie nicht die einzigen Kolonialerben waren. In der Koranschule fühlten sie sich eher zu Hause, Strukturiertes lernen, erlernen einer dritten Sprache, incl. Schrift.
Mit Ihrem gut trainierten Gehirn, Mathe, Französisch, Englisch, Arabisch und Klavier war der berufliche Weg geebnet. Der Familienname Dubois half auch ungemein bei Bewerbungen, wenn man den Vornamen nicht ausschrieb. So studierten beide Naturwissenschaft, Mathematik und Physik an der Sorbonne, abgeschlossen mit Magister cum laude. Anschliessend erhielten Beide einen guten Job bei Airbus inToulouse.
An einem Abend in einer Bar lernte Kalhil dann Amira Saadi kennen. Mutter war Französin, Vater Marokkaner. Beide konservativ. Angestellte beim Departement.
Amira, eine süsse Französin mit ebenfalls arabischen Wurzeln. Es hat gefunkt. Nach einigen Rendezvus verrieten sich beide die Existenz eines weiteren Menschen, der an ihrem Glück teil hatte. Stutz, Kahlil und Omar, Amira und ihre Zwillingsschwester Ines. Mehr Zufall geht nicht. Amira war Astrologin und ihre Schwester Lehrerin.
Omar war da raus, das war ihm zuviel geteiltes Glück. Ausserdem war er in eine Janette verliebt und die war auch schon mal schwanger, was bei dieser Konstellation kein Geheimnis mehr war.
Geboren in Toulouse, 2011, Amira und Ines Saadi
Auch die beiden Frauen hielten ihre Gabe bis dahin für einmalig und schön für sich. Die Eltern hatten keine Ahnung. Das in der Schule alles so glatt lief, wurde mit Fleiss und Disziplin begründet. Beider studierten dann Französisch und Englisch. Ines noch Geografie. Nach dem Abschluss arbeiteten beide als Lehrerinen.
Bei einer Reise zu den Stonehenge in England bemerkte Amira die starke Kraft der Steine. Eine übernatürliche Kraft öffnete Ihr ein weiteres Bewusstsein, eine weitere Dimension. Sie begriff plötzlich Zusammenhänge zwischen Menschen Tieren und der Erde. Eine Biene flog auf ihre Hand und vollführte einen Tanz. Wohl dem, den Bienen tanzen um ein produktives Pollenvorkommen an die anderen Bienen weiter zu geben. Amira begriff, dass diese Kommunikation im Prinzip nicht weit von dem entfernt ist, was sie mit ihrer Schwester teilt. Von da an wussten die Schwestern, dass es mehr gibt als berechenbare Fakten und Zahlen.. Zu Hause in Toulouse schafften sie sich als erstes einige Bienenvölker an. Sie lebten am Stadtrand in einem kleinen Häuschen.
Zahlreiche Abende und Wochenenden verbrachten sie dann mit den Brüdern Dubois. Physiker und Mathematiker gegen Übersinnliches . Amira wollte es nun genau wissen und studierte noch Astrologie.
Diese kleine blaue Kugel im All muss beschützt werden, mit allen Kräften, darüber sind sich alle einig.
Nach jahrelangem Missbrauch ist die kleine Kugel krank. Pandemien, nukleare Unfälle und Umweltzerstörung haben fast alles zerstört.
Es war nun Zeit in eine andere Welt aufzubrechen.
Und so sitzen Sie hier alle in Baikonur und warten und haben Angst, aber auch große Erwartungen, was da wohl kommt.
Geboren in Frankfurt am Main, 2011, Marie Braun
Als Prinzessin behütet aufgewachsen. Vater Bauingenieur, Mutter Steuerberaterin, gehobene Mittelschicht.
Marie ist eine gute Schülerin. Studiert dann Medizin, spezialisiert sich auf Gynäkologie. Sie ist extrem sportlich, Skifahren, Mountanbyking, Tauchen , Segelfliegen, später auch mal ein Marathon. Die Eltern ermöglichen ihr viele Reisen. Sie lernt auf ihren Reisen viel über Umweltsünden. Müll im Meer, schmelzende Gletscher. Irgendetwas läuft hier falsch. Bei einem Yogaworkshop in Indien lernt sie Ayala Mandala kennen. Selbst in Indien hat man begriffen, dass an der Umwelt etwas verändert werden muss.
Ajala und ihre Schwester Esha sind Mitstreiter einer neuen Bewegung, die gegen die Lebensmittelknappheit und ungerechten Umverteilung auf der Erde arbeiten. Weg vom Fleischkonsum, hin zu alternativen Lebensmittelherstellung.
Das ist hochinteressant und Marie will davon mehr wissen. Sie bleiben in Verbindung. Bis heute, an diesem denkwürdigen Tag.
Geboren in Bangalore, Indien, 2007, Ajala und Esha Mandala
Kinderreiche Familien sind in Indien normal. Mandelas hatten nur zwei Söhne und zwei Zwillings-Töchter. Der Vater arbeitet als Programmierer in Bangalore. Die Mutter führt das Haus und schickt die Angestellten rum.
Ajala und Esha waren eineiige Zwillinge und eng verbunden. Sie waren immer zusammen. Waren sie mal kurz getrennt, wußten sie doch was die andere tat oder gerade dachte. Ein Onkel von ihnen lebte in Goa und war Guru. Bei einem Besuch bei ihm, machte er sie mit der Meditation vertraut. Er bemerkte sofort, dass die Schwestern telepathisch verbunden waren. Er erklärte ihnen, das dies nichts ungewöhnliches sei, man müsse es nur zulassen und keine Angst haben. Die Mädchen nahmen es hin.
Die Ferien verbrachten die Kinder oft bei den Großeltern in Kerala, in einem kleinen Dorf. Die Großeltern waren Bauern. Allerdings mit viel Land und auch einigen Angestellten, die auf den Plantagen Kautschuk von den Bäumen pressten und zu diesen Kauschukmatten verarbeiteten. Ein einträgliches Geschäft, sodaß sie die Söhne in gute Schulen schicken konnten. Der Großvater ist zum Geschäftsmann geworden, die Großmutter ist einfache Bäuerin geblieben, die die Familie autark versorge. Fast alles kam vom eigenen Garten und Stall.
Ajala und Esha haben die Liebe zur Landwirtschaft hier erworben.
Beide haben nach der Schule ein Studium in diese Richtung begonnen. Ayala hat sich auf Geologie spezialisier und Esha auf Landwirtschaft. Die Lebensmittelknappheit in Indien und der ganzen Welt mußte besiegt werden. Massenproduktion zu Lasten der Umwelt vermieden werden. Keine Pestizide und übermäßige Düngung mehr. Wenn nicht genug Platz da war konnte man auch Mehrstöckig anbauen. Auf einem Kongress in Singapur traf sie auf einen russischen Lebensmittelchemiker, der ähnliche Ideen hatte, nur noch skurriler als Ayala. Lebensmittel aus dem 3 D Drucker. Sie hielt ihn zunächst für verrückt. Jahre später sah sie das anders.
Nun sind beide auf einer skurrilen Mission. Bald geht es los.........
Geboren in Chennai, Indien, 2007, Balu Singh
Chennai, vormals Madras, ist eine Küstenstadt, alte Kolonialstadt, die alten britischen Gebäude wechseln sich mit bunten Tempeln ab. Am Wochenende sollte man nicht in diese Stadt, völlig überlaufen. Touristen, Seeleute und Einheimische suchen die Partymeile heim. Die pittoresken Buden mit Essen, Fast Food und Souvenirshops säumen die Uferpromenade. Zurück bleibt Müll. Unglaublich viel Müll. Den holen die wilden Hunde, Ratten, Ungeziefer. Der Rest wird von Winde verweht und vom Meer verschlungen.
Hier ist Balu ( tatsächlich, Bär in der Übersetzung ) aufgewachsen. Seine Eltern hatten ein Restaurant und gut an den Touristen verdient. Balu war nicht der Sunnyboy, wie seine Brüder, die dieses Treiben liebten. Er wollte studieren und weg von hier. Das hat er auch, gegen die Willen der Eltern, geschafft. Nach der Schule hatte er in Bangalore Informatik studiert und anschliessend eine guten Job als Programmierer bekommen. Im Gegensatz zu seinen Brüdern war er sehr sportliche und hatte eine athletische Figur. Er war durch und durch Ästhet. Seine Brüder hielten Ihn für schwul, war ihm egal. Für ihn waren seine Brüder asozial. Oft betrunken, fett und ohne Disziplin. Obwohl er der einzige in der Familie war, der ein abgeschlossenes Studium und einen Doktortitel hatte, war er für seinen Vater ein Nichtsnutz, der nur den ganzen Tag vor dem Computer saß und sich die Eier kraulte. Toleranz ist anders. Er hatte sich sein Studium selbst erarbeitet, Stipendien erhalten und war stolz darauf., als Tamile dunkle Haut, das alles erreicht zu haben. Wenn er nun verschollen geht, kräht kein Hahn nach ihm. Alle anderen haben Familienmitglieder hier. Er nicht. Aber das ist er gewohnt. Hoffentlich bin ich bald weg hier denkt er.......
Geboren in Seol 2009, Puma Hong Maschinenbau, Südkorea
Beide Eltern waren bei einem namhaften Automobilhersteller beschäftigt. Da lag es nah, dass auch die Kinder dort einstiegen. Puma war sehr gut in der Schule und studierte dann noch Maschinenbau, Von Kia wurde er dann angestellt und verbrachte auch einige Zeit in Deutschland und den USA, zu Fortbildungszwecken. Das kleine Südkorea war ihm zu eng, er wollte schon immer weit reisen. Das hat er jetzt geschafft. Die unendlichen Weiten warteten auf ihn, er konnte es kaum erwarten. Er hat viel trainiert und gelernt um hier dabei zu sein.
Geboren in Pjöngjang, 2008, Sa Bin Mingh, IT Spezialistin für Raumfahrt , Volksrepublik Nordkorea
Wenn man in einer geografisch und politischen Blase aufwächst, ist es hilfreich, wenn der Vater das richtige Parteibuch hat. In einer Diktatur in einer elitären Familie aufzuwachsen hat was. Wenn man dann noch ehrgeizig ist und Unterstützung erhält ist das der 6er im Lotto. Sa Bin war Musterschülerin in einer Musterschule. Mathematik war ihre Religion. Die ehrgeizigen Weltraumpläne des Parteichefs hat sie mit Eifer verfolgt und wollte auch dort hin. In einem großen Team der Welt zeigen, dass Korea zum Mond und noch weiter kommen kann. Das der Rest der nordkoreanischen Bevölkerung am Hungertuch nagte, nahm sie in ihrem Eifer nicht war. Bald nach dem Studium war sie im engeren Kreis der Wissenschaftler, die diese großen Ziele verfolgten. Ihr messerscharfer Verstand verblüffte selbst die alten Hasen.
Jetzt hat sie es geschafft und wird die Flagge am Ziel der Reise in den Boden rammen. Bald.
Geboren in Huazhong, 2009, Chen Lu Chen Raumpilotin, China
Schon als kleines Mädchen hat sie von der Raumfahrt geträumt. Nachts die Sterne betrachtet und Käpten Kirk gespielt. Ihr Vater war Dozent an der Uni für Science and Tecnologie. Da war es keine Frage, dass auch sie, das einzige Kind, diesen Weg gehen würde. Nach einem hervorragenden Studiumabschuss, wurde Chen!u eingeladen im Raumfahrtzentrum , Kosmodrom Jiuquan. China hat vier Kosmodrome und war in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Im Laufe der Jahre erhielt sie die Ausbildung zur Raumpilotin. Ein kleiner Shuttleflüge zur ISS. Sie war glücklich. Als Frau, anerkanntes Mitglied des Raumfahrtprogramms.
Aber das konnte nicht alles gewesen sein, die Raumfahrt hat keine Grenzen, das All ist unbegreiflich groß und expandiert noch immer. Also los.
Geboren in Wuhan, 2010, Luan Wu, , Agrar Ingenieur , VR China
Ausgerechnet in Wuhan geboren. Der Wiege des ersten bösen Virus, Vielleicht kam das Virus auch aus Russland, wer will das jetzt noch wissen. Das Kind ist in den Brunnen gefallen, zu spät.
Luan , einziger Sohn, lebte mit seinen Eltern in einer typischen Siedlung in Wuhan. Er war ein Stadtkind und wollte immer aufs Land. Nach der Schule meldete er sich bei einer landwirtschaftlichen Genossenschaft an, um dort eine Ausbildung zu machen. Er begegnete der typischen Agrarpolitik. Alles in Massen herstellen. Feldfrüchte, wie Tiere. Das war nicht das was ihm vorschwebte. Er schloss sich einem Team von Wissenschaftlern an, die nach umweltverträglichen Alternativen suchte. Obst und Gemüseanbau auf terrassenförmigen Türmen, Uni Agricultural Wuhan. Auf einem Hektar den Ertrag von 10 Hektar, wassersparend, weil Wasser läuft von oben nach unten. Tierisches Protetin aus Insekten, einfacher zu halten als Schweine. Mit diesem Konzept geht noch mehr, viel mehr.
Sein Onkel Xing Wu, eine große Nummer bei der Raumfahrtbehörde, hat ihm den Steigbügel gehalten.
Seine Eltern waren im ersten Pandemieschub in Wuhan gestorben.
Jetzt ist er hier und wartet.
Geboren in New Orleans, 2007, James Miller, USA
2005, der große Wirbelsturm Katrina. Damals begriff man, dass die Umwelt nicht mehr im Gleichklang war. Das Wohnhaus der Familie in einem Vorort, zerstört. Die Familie zog nach Houston, Texas. Die Elters fanden dort bald wieder gute Jobs und es konnte weitergehen. James absolvierte die Schule, wobei er hier in Texas mit seiner dunklen Hautfarbe, wenig Freunde fand. Trotzdem biss er sich durchs Studium . Absolvierte zwei Jahre die Ausbildung zum Flugzeugtechniker. Danach fand er einen Job bei der Nasa. Er war ein cleveres Kerlchen und arbeitete an vielen neuen Projekten mit. Durch seine innovativen Ideen und seine Hartnäckigkeit wurde er anerkanntes Mitglied im engeren Kreis. Die USA spendeten nicht mehr so viel Geld in die bemannte Raumfahrt. Aber da gab es einen Irren aus Südamerika, Elon Musk. Der Mann hatte Visionen. Er wurde auf James aufmerksam und die beiden tauschten ihr Visionen aus. Eines Tages kam Elon mit dieser neuen Idee und warb James ab………
Die Eltern starben 2021 an den Folgen von Covid 19.
Geboren in New York, 2010, Ines Garcias, Chirurgin und Augenheilkunde
Als Kind von Einwanderern hast du es nicht gleich, auch nicht in New York. Ines musste immer einen Tick besser sein als die anderen Mädchen in der Schule. Obwohl die Eltern ebenfalls in der Staaten geboren waren und der gehobenen Mittelschicht angehörten. Man konnte es einfach sehen, dass die Familie keine britisch/irischen Wurzeln hatte. Der Vater war Arzt in einer Klinik, die Mutter war Übersetzerin. Der Vater kam oft nach hause und zeigte einen Dollar rum, den er als Trinkgeld erhalten hatte, da die Leite dachten, er sei beim Pflegepersonal. Das schmerzte ihn sehr. So achtete er darauf, dass seine Kinder eine Top-Ausbildung erhielten und an die besten Unis gingen. So wurde aus Ines eine Chirurgin, die sich dann auf Augen spezialisierte. Ausserdem war sie sportlich, an allem Interessiert. Sie wurde Mitglied bei Ärzte ohne Grenzen und arbeitete nun auch in Krisengebieten. Sie machte sich hier einen guten Namen und ihr Ruf eilte ihr voraus, bis in geplante Raumfahrtprogramme……. Die Eltern waren nicht erfreut, dass ihr Sonnenschein nun so lange weg sein soll, in unbekannte Weiten geschickt……..
Geboren in Haifa, 2011, Jacob Goldmann, Israel/Schweiz
Jacobs Großeltern waren im dritten Reich von Deutschland nach England geflohen und später nach Israel übergesiedelt. Sie waren recht vermögend und konnten ihren Kindern eine gute Grundlage für eine Import-Export-Firma geben. Die Enkel, Jacob und seine Geschwister profitierten auch davon. Sie besuchten die besten internationalen Schulen und studierten alle. Jacob studierte an der TUM, München und wurde nach seinem exzellenten Abschluss direkt nach Cern, ( Kernphysik Schweiz) gebeten. Hier arbeitete er u.a. an dem Teilchenbeschleuniger mit. Viel Energie aus kleinen Teilen, muss doch für die Luftfahrt/ Raumfahrt von Nutzen sein. Eines Tagen wurde er zu einem neuen , weltweiten Projekt dazu gebeten. Die Entwicklung einer unglaublich schnellen Antriebskraft, die unerschöpflich sein sollte. Er machte sich auf den Weg………
Geboren in Tel Aviv, 2012, Rebecca Lemberg, Lebensmittelchemikerin, Israel
Sie wuchs in der Nähe von Tel Aviv, auf dem Land auf. Die Eltern hatte eine große Orangenplantage, Jaffa Orangen, kernlos, süss. Ihre Brüder wurden von klein auf mit in den Betrieb eingebunden. Sie hatte das Glück, dass ihre Mutter andere Pläne hatte. Rebecca sollte studieren. Nach der Schule ging sie auf die Uni und studierte Lebensmitteltechnik und Mikrobiologie. Die weltweite Lebensmittelknappheit machte ihr Sorge. Auf einem Kongress in Singapur lernte sie Kollegen kenn, die die gleichen Ziele vor Augen hatten. Die wollten Lebensmittel aus Vegetarischer Herkunft. u.a. in Steaks verwandeln, via 3 D Drucken. Rebecca hatte andere Visionen. Warum sollte man nicht Fleisch, direkt auf einer Zelle heraus, zu einem Steak wachsen lassen. Clonen. Müsste doch klappen. Es klappte . Mit einem geringen Vorrat an Zellen, liessen sich so viele Portionen Fleisch herstellen, ohne Tiere zu quälen, zu transportieren, zu schlachten. Ups, war das noch Koscher?? Opa muss davon nichts wissen……..
Geboren in Pottwinos, 2012, Igor Sacolow, Kernphysik, Russland
Wer als Kind im Dunstkreis des Instituts für Physik der hohen Energien aufwächst kann nicht anders als diese als auch dort tätig zu werden. Die Stadt bekam 1972 den Beinamen Naukograd, aus nicht anderes bedeutet als Wissenschaftsstadt. Alle Familienmitglieder arbeitete hier, mehr oder weniger in der Forschung. Igor hatte große Pläne und Visionen. Irgendwann landete er dann auch bei der Raumfahrt. Wie kommen wir schneller in den Weltraum war seine Kernfrage. Jetzt wartet er nur noch auf den Start…….
Geboren in Moskau, 2007, Ivana Ivanowa, Strahlen/NuklearForschung, Russland
Es gibt in Russland arme Menschen, reiche Menschen und Oligarchen. Ivanas Familie gehörte zur letzten Gattung. Ohne jegliche Geldsorgen aufgewachsen, beste Internate in der Schweiz besucht. Dann sollte sie auch noch reich heiraten. Ivana hasste es zum Zeitvertreib in St. Moritz oder Paris shoppen zu gehen und für Tausenden von Franken unnützes Zeug kaufen. Nur weil man es sich leisten konnte?? Bei einem Skiwochenende lernte sie Jacob Goldmann kennen. Er arbeitete am Forschungszentrum in Cern, Kernforschung. Das war mal interessant. Er erzählte ihr viel von Teilchenbeschleunigern und diesen ganzen Mikrokosmos. Das war besser als Versage und Dior zusammen. Zurück in Moskau liess Papa seine Beziehungen spielen und Ivana studierte und arbeitete in einem Institut für Strahlenforschung in Freiburg. Strahlenforschung für bemannte Raumflüge. Ivana verbiss sich in dieses Studium. Nach dem Studium ging sie nach Wostotschny und forschte hier weiter. Heute sitzt sie in Baikonur und wartet………..
Geboren in Leninsk, 2000, Alexey Smirnow, Kosmonaut, Russland
Leninsk, bekannt als Baikonur. Die Stadt ist von Raketen geprägt. Eigentlich hauptsächlich Langstreckenraketen für militärische Zwecke. Aber auch die eine und andere Weltraumrakete wurde hier gestartet. Sputnik, der erste Hund im All, Laika. 1961 Jurin Gagarin als erster Mensch im All. Das hat Tradition. Und so ist auch Alexey zur Raumfahrt gekommen. Schon der Papa war Kosmonaut, aber immer nur Ersatzmann. Das hat ihn gewurmt. Nun soll sein Sohn endlich die Familienehre retten und ins All fliegen. Alexey nimm die Herausforderung an und ist auch unter anderem mal Gast in Cap Canaveral. Er lernt einige andere Anwärter auf eine Astronauten/Kosmonauten Stelle kennen. Sein Nachname sorgt abends in den Bars von Daytona Beach immer wieder für einen Lacher, Smirnow. Aber Alkohol ist für Vollblutpiloten verboten. Zumindest in der USA. Da trinkt man überzuckerten Eistee. Alexey freut sich, dass es nun bald los geht. Das Training war schon aufregend, aber jetzt…….
Geboren in St.Petersburg, 2006 Nathalia Petrowa, Mathematik und Sprachen Russland
Auch Nathalia war kein Kind armer Eltern. Sie besuchte nur die besten Schulen, Internat in der Schweiz, Sprachen: Russisch, Französisch, Englisch, Deutsch, Schwedisch, Mandarin. Sie reist um die Erde um ihr Sprachkenntnisse zu verfeinern. Die letzten Jahre arbeitet sie bei der UNO in New York. Sie ist nicht nur in Sprachen bewandert, sondern auch in Zeichensprachen und Deutung von Symbolen. Wenn sich eine mit Marsmännchen unterhalten könnte, dann ist es Nathalie.
Ihr Vater starb an den Folgen von Covid 19.
Nun ist sie Mitglied der Mission…
Geboren in Canberra, 2010, Cooper White, Pilot, Australien
Cooper ist in einer Dynastie von Soldaten geboren, Großvater, Vater, Brüder, alle waren bei der Armee. Schon als Kind hat er Uniform getragen und ist mit seinen Freunden im Gleichschritt gelaufen. Direkt nach der Schule ist er in die Armee eingetreten. Er liebte diese Ordnung, das gemeinsame Ziel, den Zusammenhalt. Er war der geborene Teamplayer. Er war auch an der Front, Afghanistan, Irak, aber das war scheisse. Er hatte sich für die Luftwaffe entschieden und liebte es mit seinem Kampfjet halsbrecherisch durch die Lüfte zu sausen. Einsätze mit dem Heli waren nicht sein Ding, zu dicht am Krieg und den Verwundeten und den Toten. Mit seinem Jet war er ein legendärer Artist. Der Austausch mit anderen Piloten, z.B. in Florida, Texas oder Kanada waren für ihn die Highlights. In Florida lernte er einen Piloten von einem Space Shuttle kennen. Dieser hatte den letzten shuttleflug zur ISS 2011 gemacht. Das war was. Warum hat Australien nicht so etwas.
Als namhafter, krisenbewährter Pilot sollte er seine Chance bekommen ……
Geboren in Sydney, 2009, Ella Johnson, Meeresbiologin, Metrolgin Australien
In der Großstadt geboren, aber viel Zeit am Ozean verbracht. Das war ihre Welt. Weiter Blick, unendlich....Wellen aller Art und darüber die Wolken. Beides mit vielen Facetten, mal rosa verspielt, plätschernd, mal wild und bedrohlich. Sie beobachtete für ihr Leben gerne, wenn sich Wolken zu hohen Bergen auftürmten und einen möglichen Sturm ankündigten. Das Meer reagierte darauf mit gigantischen Wellen. Diese beiden Elemente faszinieren sie. Sie hatte großen Respekt vor der unbändigen Kraft. Beide Elemente konnten nur gemeinsam sein. Wasser und Luft. So studierte sie zunächst Meeresbiologie und dann noch das Meteorologie. Am Ozean konnte man die Klimaschäden täglich ablesen. Das Great Barrier Reef starb . Zu viel Sonnenstrahlen, zu warm. Die Fische, Schalentiere und Schildkröten waren mit Microplastik verseucht. Sie fand eine Schildkröte an der Wasseroberfläche trieb, die hatte so viel Plastik in sich, dass sie nicht mehr tauchen konnte. 2019 startete die weltweite Bewegung ,,Fridays for Future‘‘ , aber eigentlich 20 Jahre zu spät. Ella nahm Kontakt zu vielen Umweltbewegungen auf, besuchte Kongresse und traf Gleichgesinnte. Vielleicht gibt es doch einen Planet B................
2020 hat die Natur dann mit einem Virus auf die ganze Ignoranz geantwortet. Ob das Virus von Fledermäusen kam oder aus einem Labor in Wuhan ausgebrochen ist, konnte im nachhinein nicht mehr festgestellt werden. Egal, es war plötzlich da und hat sich über die gesamte Erde verteilt. Viele Millionen Menschen starben daran. Plötzlich konnte man zusammenarbeiten, zumindest bei der Herstellung eines Impfstoffs. Man hat sich ausgetauscht. Als dann mehrere Impfstoffe zur Verfügung standen, ging das Gerangeln wieder los. Wer was zuerst bekommt. Immerhin hatte man es geschafft, in nur wenigen Monaten Impfstoffe zu entwickeln. Das war flott.
Die Erderwärmung durch den Klimawandel hat man mal wieder vernachlässigt. Es gab andere Prioritäten. Trotzdem hat sich das Klima von Zeit zu Zeit zu Wort gemeldet, Hitzewelle in Australien, Überschwemmungen in Asien. Alles beim Alten, nur schlimmer. Die Fidays for Future Kids durften nicht demonstrieren, wegen Social distance, haha.
Schon 2018 begangen die NASA und die ESA an einem Projekt zu stricken, das junge Leute auf eine Mission zu einen anderen Planeten schicken wollte. Junge Menschen, gesund, gebildet und bereit, ihr ganzes Leben zu opfern. Die Reise wäre lang und !! ungewiss, ob sie wieder zurückkommen können.
2033 wurde entsprechende Einladungen ausgesprochen. Junge Wissenschaftler, Raumpiloten, engagierte Leute sollten sich melden. Unter den jungen Wissenschaftlern brach Aufbruchstimmung aus. Was für ein Projekt, eine Herausforderung, eine Chance. Tausende meldeten sich. Keiner glaubte wirklich daran, dass es irgendwann Realität werden würde. Eine Gruppe von Wissenschaftlern sondierte die Bewerbungen. Man prüfte die Ausbildung, die körperliche Konstitution, Verheiratete fielen leider durchs Raster, zu enge Bindung an Familie war hinderlich. Die Crew musste ein Raumschiff fliegen, mit unvorhersehbaren Situationen fertig werden. Sich selbst versorgen können, die Reise würde viele Jahrzehnte dauern. Mit der Rekrutierung der Besatzung formte sich immer mehr ein Bild von der Herausforderung. 200 Anwärter wurden zu einem Workshop nach Florida eingeladen und einige Wochen geprüft. Die Spreu trennte sich von Weizen. Insgesamt 80 Personen kamen in die engere Wahl ins Camp nach Baikonur.
Nun musste noch die Teamfähigkeit geprüft werden. 10 Frauen und 10 Männer sollten es sein. In verschiedenen Workshops wurden sie zusammen gestellt und mussten Aufgaben bewältigen.
Parallel dazu begann man am Raumschiff zu arbeiten.
Im März 2021 entdeckte man einen Planeten, der viele Voraussetzungen erfüllte. Super-Erde entdeckt: Exoplanet Gliese 486b ist nah, heiß und „ein Glücksfall. Leider 26 Lichtjahre entfernt. Mit herkömmlichen Raumschiffen ein verdammt weiter Weg. Aber hier gab es auch neue Erkenntnisse .
Nach den Gesetzen der speziellen Relativitätstheorie wäre es für einen Raumfahrer während seines Lebens tatsächlich möglich, selbst die entferntesten Galaxien zu erreichen. Dazu müsste sein Raumschiff in der Lage sein, auf der ersten Hälfte der Reise mit einer konstanten Beschleunigung von 9,81 m/sec2 zu beschleunigen und auf der zweiten Hälfte der Reise in gleicher Weise wieder abzubremsen. Die Beschleunigung und Abbremsung würden dann im Raumschiff eine künstliche Schwerkraft erzeugen, die den Bedingungen auf der Erdoberfläche entspräche. Der Raumfahrer hätte im Raumschiff also das gleiche Gewicht wie auf der Erde. ( Zitat)
Zwei Physiker, Alexey Bobrik und Gianni Martire von Advance Propulsion Laboratory der Forschungsgruooe ,, Aplied Physics“ hatten sich dem ultimativen Traum aller Star Wars Fans gestellt und das erste Modell eines physischen Warp Antriebs entwickelt. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachmagazin ,, classical and quantum gravity“ veröffentlich. Warp Speed bedeutet, schneller zu reisen als das Licht. Mit einem klassischen Raketenantrieb, bei dem Unmengen von Treibstoff nach hinten ausgestoßen wird, ist diese Geschwindigkeit nicht zu erreichen. Außerdem hat der Raum keinen Widerstand. Warp bedeutet Verformen, - und das macht der Antrieb mit dem Raumschiff umgebenden Raum. Er setzt nicht auf eine eigene Bewegung des Raumschiffs durch Raum und Zeit, sondern auf eine Art begrenzte Raumkrümmung. So wird die Raum-Zeit vor dem Raumschiff gestaucht und hinter ihm gedehnt. Es muss also, simpel erklärt, Materie vor dem Raumschiff aufgebaut werden. Zeit und Raum krümmen sich. Einstein lässt grüßen. (Zitat)
Auf dieses Ei des Kolumbus hatten alle gewartet. Und plötzlich haben wieder alle zusammen gearbeitet. NASA, ESA, die chinesische Raumfahrtbehörden, die russische, sogar die Koreaner wollen da mitmachen, und natürlich Ilon Musk, der Visionär.
Es stellte sich heraus, dass eigentlich alle schon so etwas in der Schublade hatten. Es fehlte meistens am Geld und der Zustimmung der einzelnen Regierungen. Die Russen hatte sogar schon begonnen an der Konstruktion eines Test- Raumschiffes zu arbeiten.
Alle waren sich einig, auf der Erde konnte das nicht gestartet werden. Eine ideale Startplattform dafür, war der Mond. Das Raumschiff auf der Erde bauen, auf dem Mond zusammensetzen und von dort starten. Die Anziehungskraft ist auf dem Mond nicht so stark. Aus verschiedenen Vorschlägen wurde ein fester Plan. Mit Eifer begannen die Ingenieure mit der Planung. Antrieb, kleinere Shuttle Schiffchen um auch mal von außen um das Raumschiff für Reparaturen und Wartungen zu fliegen, Cockpit, Schaltzentrale, Schlafkojen für die Crew, Küche, bzw Labor für die Ernährung der Crew, mehrstöckige Plantagen für die Lebensmittel, Pflanzen, Bienen und Kleinsttiere, Wasserzubereitung, sanitäre Bereiche, OP und Krankenstation, Labore. Ständig kommen neue Ideen hinzu.
Und die Finanzierung stand auch, alle zogen am gleichen Strang.
2035 war das Gerüst soweit fertig. Man hatte ein Raumschiff geplant, dass einer Kartoffelpüree- Quetsche ähnelte. In dem großen Behälter sollte die landwirtschaftliche Abteilung sein. Pflanzen auf 15 Etagen. Teils auf Zellstoffbasis gepflanzt, teils mit Mutterboden, in dem auch Insekten überleben konnten. Bienenvölkern Falter für die Bestäubung. Bewässerung von oben nach unten. Alles sollte irgendwie in einem eigenen Kosmos überleben. Man konnte schlecht für Jahrzehnte Lebensmittel und Wasser bunkern. In den Laboren sollte aus einer einzigen Zelle Fleisch gezüchtet werden. In Israel hat man das mit Erfolg getestet. Sollte auch im All funktionieren.
Im langen Stiel der Pürreequetsche sollten die Schaltzentrale, die Kabinen für die Crew, die Krankenstation, Rechenzentrum und der nukleare Antrieb sein. Ganz klar, dass man die Kernenergie nutzen musste, langlebige Antriebskraft. Über das Kühlsystem musste man sich keine so großen Gedanken machen. Im All ist es im Allgemeinen recht kalt.
Auf dem Mond war eine riesige Baustelle. Dazu noch die Wohngebäude für die Arbeiter und Wissenschaftler. Station Luna. Fast täglich brachten Raumgleiter neue Teile , Lebensmittel, Wasser alles, was man auf einer Baustelle benötigt.
Auf der Erde übten derweil die einzelnen Teams in einem Model der Raumfähre den späteren Alltag. Es musste sich nun herauskristallisieren, wer gut zusammenarbeiten kann. Die Piloten in der Komandozentrale, die Leute, die für die Herstellung der Lebensmittel zuständig sein werden. Die Mediziener entnahmen die Frauen Eizellen und den Männern Sperma, die sie eingefroren mitnehmen wollten. Nicht unbedingt zu Fortpflanzung. Eher als Ersatzteillager.
Die Programmierer waren damit beschäftigt die einzelnen KI‘s ( Roboter) für den Einsatz effizient zu machen. Diese waren u.a. für die Reinigung des Raumschiffs zuständig. Jeder Krümel, jede Fluse musste eingesaugt werden. Ein paar hilfreich Handreichungen sollten sie auch beherrschen. Cooper, Pilot, Australien, bat Balu Singh, doch ein Programm zu schreiben, dass wenigsten eine KI auch mal einen Feierabendcocktal mischen können sollte. Nix da, Alkohol gibt es nur in der Krankenstation. Mist. Balu erklärte sich dazu bereit, die KI zumindest so zu programmieren, dass sie selbstständig zum 7/ 11 gehen konnte um Bier zu kaufen. Hahaha, Riesen Lacher. Hoffen wir mal, dass es auf Planet B auch einen 7/11 gibt.
Die Kernphysiker machten sich mit der unerschöpflichen Energie des nuklearen Antriebs vertraut. Derweil die Piloten mit der Einsetzung dieser Energie und Navigation beschäftigt waren.
Noch waren es 40 Ausgewählte, die sich hier bewähren sollten. 20 davon sollten fliegen, raus, oder zum Planet B.
Auch die Kommunikation mit der Erde sollte stabil sein. Zum einen mit der herkömmlichen Methode, Wellen, zum anderen mit Telepathie zwischen den Zwillingen. Das die bewährte Methode zumindest die Entfernung Erde- Mars schaffte, war seit 2020 bekannt, aber weiter, keiner wusste das. Felix und Fritz Bauer waren darüber nicht glücklich, dass sie sich trennen sollten. Das Gleiche galt für Kahlil und Omar, für Amira und Ines, sowie Ayala und Esha. Diese Zwillinge waren durch ihre Gedanken so eng verbunden, dass eine Trennung einer Amputation glich. Nun, sie waren die Auserwählten und mussten da durch.
2036 kam der Tag des Aufbruchs. Die Crew war nominiert, 10 Frauen, 10 Männer. Sie wurden ausgewählt, da sie sich sehr gut verstanden und auch schon früher gemeinsam auf Kongressen waren. Einige waren in ständigem Kontakt geblieben. Sie sollten zunächst zum Mond fliegen und im Originalraumschiff ihre Vorbereitungen weiterführen. Dann auch mindesten ein Jahr selbständig auf dem Schiff leben. Eine ausgedehnte Probefahrt würde es nicht geben. Die Geschwindigkeit musste kontinuierlich steigen, da kann man nicht noch mal kurz umdrehen, weil man den Pass oder die Sonnenbrille vergessen hat. A Journey of no Return.
Mit großem Bahnhof wurden sie in Beikonur verabschiedet. Viele Reden wurden gehalten über die tolle Zusammenarbeit der einzelnen Staaten und die Hoffnung, das tollkühne Projekt würde zumindest einem Teil der Menschheit das Überleben ermöglichen.
In mehreren Raumgleitern sollten sie zum Mond gebracht werden.
Noch war es kein endgültiger Abschied. Das Band war noch nicht durchgeschnitten. Trotzdem waren die, die auf der Erde blieben traurig, beunruhigt aber auch neidisch. Diejenigen jetzt endlich abhoben, hatte ein riesen Abenteuer vor sich. Die Zwillinge waren auch gespannt, ob ihre Verbindung diese Entfernung meistern konnte.
Station Luna
Nur die wenigsten waren schon mal im Orbit, oder im All gewesen. Schwerelos, herrlich. Was für ein Ausblick. So schön, dass man völlig vergessen konnte, dass diese blaue Kugel todsterbenskrank war. Felix schickte die Bilder seinem Bruder Fritz und beide waren froh, dass sie noch immer so eng verbunden waren. Fritz machte Felix eine lange Nase, indem er ihm vom reichlichen internationalen Buffet und den alkoholischen Getränken vorschwärmte. „Tja, jeder was er verdient. Du hast vielleicht den besseren Ausblick, aber keinen Handkäs und keinen Äppler mehr. Die große Wissenschaft fordert Opfer“. Dadurch, dass sie sich weiterhin so gut austauschen konnten, war die Trennung gar nicht mehr so schlimm. Auch der Rest der Crew genoss diesen Flug, noch waren sie an der Nabelschnur, alles easy.
Auf dem Trabanten angekommen waren sie von der Größe des Raumschiffs beeindruckt. The International Arc, kurz IA. Unten hatten sie immer nur in Sequenzen gearbeitet, in nachgebauten Räumen. Wahnsinn, das Ding soll abheben und fliegen, mit Warp- Geschwindigkeit. Selbst die jungen Wissenschaftler waren tief berührt. Was haben wir da geschaffen.
Nach ein paar Tagen auf dem Trabaten gewöhnte sich die Crew zunächst an die verminderte Anziehungskraft. Danach begannen sie Ihr neues zu Hause zu beziehen. Die Komandozentrale wurde von den Piloten und Technikern in Beschlag genommen. Die Kernphysiker und Solaringenieure, erkundeten ihren Bereich, um die Antriebstechnik zu checken. Eigentlich war es wie im Simulator in Baikonur, nur anders. Die Mediziener und Lebensmitteltechniker machten es sich in ihren Laboren bequem. Die Agrartechniker und Biologen überprüften die Pflanzen und das Getier. Und natürlich bezogen sie ihre Kabinen. Jeder hatte einen Wabenförmigen kleinen Raum für sich allein. Bett, bzw Hängematte, Stauraum, ein kleiner Schreibtisch mit fest angebautem Sitz, ein Multimediasysthem , mehr gab es nicht.
Den Abend verbrachten sie zum ersten Mal alleine, nur die feste Crew im Raumschiff IA Enterprice.
Felix, Marie, Kahlil, Amira, Luan, Chen Lu, Puma, Sa Bin, Balu, Ajala, James, Ines, Jacob, Rebecca, Igor, Ivana, Alexey, Natalia, Cooper, Ella.
Schon in Baikonur hatten sie viel Zeit miteinander verbracht und zusammen gearbeitet. Sie waren das A Team. Parallel dazu gab es noch das B Team. Erst eine Woche vor Start wurde das Team bekanntgegeben, das fliegen sollte. Alle hatten die gleiche Ausbildung bekommen, auch für den Fall, dass plötzlich einer ausfallen sollte. Zweitens war immer eine Person auf der Erde, der im Notfall virtuell helfen konnte.
Felix und Fritz, sowie die anderen Zwillinge, Kahlil und Omar, Amira und Ines, Ajala und Esha, waren erfreut, dass die telepathische Konversation noch immer funktionierte.
Die Crew war aufgeregt und alle plapperten durcheinander. Sie tauschen sich über ihre Gefühle aus, aber auch über die tägliche Routine. Das größte Problem war für fast alle der Toilettengang. Keine Sitzung, eher eine Art Absaugung. Im Raumanzug war diese Vorrichtung eingebaut. Im Raumschiff selbst gab es ,, Toiletten“ , geschlossene Kammern, worin jeder einzelne seine Absaugvorrichtung hatte. Die tägliche Dusche wurde mit Hilfe einer KI im eigenen Kämmerchen vorgenommen. Das war eine Bürstenmassage mit Absaugautomatik. Das ist gut für den Kreislauf. Wasser durfte dafür nicht verbraucht werden und die KI, bekam dann schon mal ihren Namen: Mai Ling. Niemand auf dem Schiff war rassistisch, aber der Name passte. Balu hatte der KI, klar eine SIE, zu allem noch einen thailändischen Slang verpasst. „ fühlen Sie sich jetzt sauber? Hat es Sie entspannt? Alles prima?“. Das alles brachte ein bisschen Humor in die angespannte Situation. Die Damen hatten ihren eigenen Roboter, Tom, logisch, für den unterschiedlichen Körperbau, mit allen Fassetten. Das war übrigens die Idee von Marie, (nun genannt Pille), denn die Frauen erhielten keine Hormone gegen die Menstruation, das Risiko einer Thrombose war zu hoch. Leider hatte „Tom“ keinen Akzent. Dafür konnte er die Beine epilieren. Mai Ling war für die Bartrasur zuständig. Man war sich einig, kein Bart, wie Robinson Cruso und keine haarigen Beine. Balu und SaBin erhielten schon mal Vorschusslorbeeren.
Es gab natürlich auch ein Gym. Ergometer, Laufband, Terrabänder, Pilatesmaschine. Das Training wurde ebenfalls von einer KI, Buddy, überwacht. Er hatte die Aufgabe den Kreislauf zu überwachen und gegebenenfalls den Probanten auch mal anzufeuern. „ los Du lahme Ente, gib alles“, oder,, war das jetzt schon alles?“. Virtuell konnte man auch Tennis, Bowling oder Baseball spielen, alleine oder gegen Buddy oder ein anderes Crewmitglied. Buddy gewann leider immer, Programmfehler. Baluuuuu mach was.
Solange sie noch auf dem Mond waren, erhielten sie die Energie von der Station. Nach ein paar Monaten war es dann soweit. Abnabeln. Ein neuer Adrenalinkick. Von nun an waren sie ganz auf sich allein gestellt.
Hurra, alles klappt. An die Geräuschkulisse durch die eigene Klimaanlage mussten sie sich gewöhnen. Nicht viel schlimmer als in einem Linienflugzeug. Alles easy. Leider vermissten sie schon jetzt gewohntes Essen. Nichts was krümelt oder sonstwie herumfliegen könnte. Sie lebten schliesslich jetzt fast in Schwerelosigkeit. Alle Speisen in kompakter Form. An Form, Farbe und Geschmack arbeitete Rebecca. Es schmeckte, war gesund, frisch, aber ungewohnt. Wird schon. Die Mission ist das gemeinsame Ziel. Die Franzosen verdrehen trotzdem die Augen, kein Aperitif, kein Wein zum Essen, was für eine Kultur. Omar ist in Baikonur und berichtet gerne von den Partys, die hier, heimlich, steigen. Kahlil aber weiß, er wäre lieber hier oben. Die herkömmliche Komunikation, via Wellen funktioniert natürlich auch noch. Kurze Videokonferenzen mit der Mondstation oder Baikonur werden auch geführt, aber da gibt es keine privaten oder persönliche Nachrichten.
Wiederum nach einer Woche der erste Start. Das Raumschiff sollte abheben und zunächst ein paar Runden um den Mond fliegen, dann würde die endgültige Entscheidung fallen. Noch ein paar Tests oder Up Up and away.
Der Start erfolgt wie im Simulator. Jeder Handgriff saß . Diese riesige Kartoffelquetsche hob ab wie eine Spielzeugdrohne, ist gut zu navigieren, alle sind überglücklich. „ Käptn Kirk, bereit zur Probefahrt“. Countdown. Sogar die Leute in Baikonur hatten Humor. Das hätte niemand erwartet, aber dieses Projekt hatte alle Kraft gekostet und nun zeigte sich das Ergebnis.
Die Piloten, Ingenieure und Techniker waren auch hochzufrieden mit dem Ergebnis. Einige Tage sollte der Test laufen. Die Crew hatte sich die Zeit, wie auf der Erde eingeteilt. für die Komandozentrale immer im Wechsel, ein normaler Tag. Acht Stunden Schlaf, acht Stunden Dienst, acht Stunden Zeit für Hygiene, Freizeit und Zeit anderen Crewmitglieder zu helfen.
Die Zubereitung der Speisen unterlag den Lebensmitteltechnikern , mit Hilfe der Biologen und Bauern, wie die Agrarleute jetzt genannt wurden. Gegessen wurde im großen Aufenthaltsraum, gruppenweise.
Der meisten Spaß hatten sie mit den KIs. Auch die mussten mit der Schwerelosigkeit zurechtkommen. Die Art von Dienstleistern war nicht neu, aber die im Raumschiff waren sie auf die Crew eingestellt. Sprachen jeden mit Namen an und waren von Balu, Puma und SaBin speziell programmiert. Puma Hong war für die technischen Feinheiten zuständig. So konnten die KIs auch mal hinken oder sich den Rücken halten, nachdem sie die Küche gereinigt hatten. ,, Puhhh sooo viel Arbeit hier“. Die Luft im Raumschiff wurde kontinuierlich ausgetauscht und Restwasser, Atemluft, wieder in Tanks eingefüllt und gefiltert. Trotzdem stellte die eine oder andere KI plötzlich fest, hier ist jemand, der die Luft schlecht riechen lässt. „ Ich war das nicht, kam es vom Crewmitglied“. Die KI antwortete dann ,, ich kann das riechen und auch sehen“. Es war jedesmal ein Lacher.
Es gab insgesamt 10 KIs: Mai Ling, Tom, Blinky die Putzfrau, Cup die Küchenfee, Einstein, half im Labor, Cucumber und Persil halfen im Pflanzenhaus, Doc im medizinischen Labor, Nuk und Lear waren in der nuklearen Abteilung, überwachten die Reaktoren, halfen bei Tests. Diese beiden dürfen den Reaktorraum nie verlassen. Es war eine Frage der Zeit, ab wann sie selbstständig leuchten würden.
Wenn dann z.B. Doc oder Einstein durch die Kommandozentrale kamen, auf dem Weg zum aufladen, und man sprach sie an, ob sie mal einen Kaffee oder Saft vorbeibringen könnten, erhielt man eine arrogante Antwort, wie ,, dafür bin ich nicht zuständig, Ruf mal Cup, die Saftschubse bei, die macht das, aber ich kann Dir die Hitparade abspielen , vielleicht ,,Major Tom“.
Nach 5 Tagen Probefahrt wurde eine Landung eingeleitet. Aufregung und Chaos auf der Enterprice, wie das Raumschiff nun doch genannt wurde. Käptn Kirk, alias Felix, Chen Lu , alias Ohura, James, jetzt Armstrong, Alexey, jetzt Wodka und Cooper jetzt Spock. Alle hatten ihre Nicknames bekommen. Das war das Kommandoteam. Jacob Goldmann, Igor Sakolow und Ivana Ivanowa überwachten die Reaktornen. Alle waren aufgeregt, aber betrieben die Landung professionell und punktgenau. Was für ein Erfolg.
Drei Tage lang wurde nun nochmals alles gecheckt.
Am letzten Tag hatten alle nochmals die Möglichkeit via Videokonferenz Abschied von den Daheimgebliebenen zu nehmen. Die Geschwister und Eltern waren schon alle wieder zu Hause und heulten quasi nachts den Mond an. Da war eine blasse Scheibe am Himmel, wo ihre Lieben waren und dann auf dem Bildschirm.
War es ein Abschied für immer? Die Eltern mussten damit rechnen, dass sie ihre Kinder nie wieder sehen würden. Es waren ca 26 Jahre geplant um den Planet B zu erreichen. Wenn sie tatsächlich dort ankommen würden, war der Rückweg genauso lang. Selbst für die Crew war es fraglich, ob sie die Heimreise je erleben würden. Vielleicht würden sie auch dort bleiben und einen neuen Planeten besiedeln. In den Gefrierbehältern lagerten eingefrorene Spermien und Eizellen. Außerdem hatten sie Saatgut dabei und Zellen von Nutztieren. Auf alles vorbereitet, nun musste die Mission nur noch erfolgreich sei. Amira hatte heimlich Lavendelsamen reingeschmuggelt. Sie vermisste die blauen Felder der Provence.
Dann kam der Tag der Tage. Abheben und weg.
Alle hatten jetzt kribbeln im Bauch. Das wars jetzt, byebye blauer Planet. Vielleicht, oder sicher, auf Nimmerwiedersehen. Ob Kolumbus auch dieses Gefühl hatte?
Die IA Enterprise hob ab und begann die große Reise.
Nach einer Weile, als alles wie von selbst lief stimmte Spock den Klassiker Atlantis, von Donovan : „ way down below the ocean, the kontinent of atlantis was an Island............. “ Einige weinten jetzt, die Anspannung lies aber nach. Die Stimmung wurde gelöster und als sie bei The Wellerman angekommen waren, tanzten sie ausgelassen herum.
Die Zwillinge blieben fest in Kontakt miteinander und hofften, dass dies noch lange anhalten würde. Sie waren gespannt, ob das mit der Zeit und dem Raum, wie erwartet auch ihr Alter verändern würde. Angeblich altern man bei der Reise in das Universum langsamer. Gilt das für den Körper und das Gehirn? Wir werden sehen.
Die Routine an Bord liess nicht viel Zeit zum Grübeln. Jeder hatte einen Vollzeitjob und die Freizeit war auch völlig verplant. Arbeit, Sport, Körperhygiene, Essen, Tagebuch führen. Es war teilweise lustig in der Schwerelosigkeit. Man konnte kleine Zirkuseinlagen vorführen und die KIs auffordern es auch mal zu versuchen. Die wollten das nicht, das war albern, irrational. blöde Spassbremsen. Vielleicht aber auch vernünftig, denn so ein Metallklotz kann auch mal Schaden anrichten, wenn er nach einem Salto schlecht aufkommt.
Dann kam das Kommando: ,,Mister Spock, bitte Warp 5“. Die Geschwindigkeit wurde erhöht. Kontinuierlich, aber effektiv. Sie erreichten nun Lichtgeschwindigkeit und hofften, dass alles gut lief. Von Tag zu Tag fühlte die Crew, dass sie mehr Bodenhaftung bekam, die Schwerelosigkeit wurde ausgetrickst. Die Bahn war frei. Mars, Jupiter und Saturn waren zu sehen, aber nicht im Weg. Uranus und Neptun gar nicht zu sehen. Ratz Fatz verliessen sie das bekannte Sonnensystem. Auf in neue Welten. Die Kommunikation mit der Erde wurde schlechter, ausser bei den Telepathen. Erstaunlicherweise klappte das noch fast reibungslos. Sie hatten sich feste Zeiten gesetzt, an denen sie sich austauschen wollten. Mehr und mehr mussten sie nun die Verbindung zur Erde über diesen übersinnlichen Kanal halten. Auch das Sonnenlicht stand nicht mehr zur Verfügung. Auf Wiedersehen Sonne. Die künstlichen, eigenen UV -stahlen taten ihre Arbeit.
Eines Abends taucht Marie in der Kommandozentrale auf und ruft „ hoch die Hände, Wochenende „ dann gab es eine kleine Party. Blinki wurde zum DJ und es wurde ausgelassen getanzt . Tanzen ist nur mit Bodenhaftung möglich. In der Schwerelosigkeit war das nicht möglich, eher albern.
Die Bauern, Luan Wu und Ayala waren mit dem Acker auch soweit zufrieden. Einigen Pflanzen bekam der Wechsel der Schwerelosigkeit nicht so gut. Den Würmern und Schaben machte das alles nichts aus. Die Bienen waren an manchen Tagen etwas orientierungslos. Amira war besorgt. Mit Hilfe von der Algenkollonie, die Ella angelegt hatte war die Versorgung mit Grünfutter gesichert. Im Lebensmittellabor wurde weiterhin Fleisch aus Zellen gezüchtet. Rebecca züchtete Chicken Mc Nugget und mit viel Curry war auch ein indisches Chickencurry sehr lecker. Kahlil jammerte einem Boef Burgeon zwar immer noch nach, aber das Couscous war nicht zu verachten. Cooper, als australischer Steakesser war schon sehr traurig, dass er keine SpareRips bekam, Felix und Marie vermissten Handkäse. Wat mut, dat mut. Schliesslich waren sie nicht auf einem Kreuzfahrtschiff. Einzig die Russen und Asiaten waren mit allem zufrieden, die hatten eine strenge Schule hinter sich. James, aus den Südstaaten, fand, Couscous ist wie Gumbo aus New Orleans.
Trotzdem drehen sich beim gemeinsamen Essen viele Gespräche um die alte Heimat. Ines hat am meisten Heimweh nach New York und ihren Eltern. Sie war auch nicht wirklich in ihrem Job ausgelastet. Noch gab es keinen Unfall oder Augenprobleme. Sie arbeitete daher viel bei Marie, die täglich die Gesundheitsdaten der Crew im Auge behielt. Ivana war auch oft in der medizinischen Abteilung, um die Strahlenbelastung zu prüfen. Alles noch im Grünen Bereich. Igor und Jacob, die sich um die Reaktoren kümmerten hatte sie immer auf dem Schirm. Die stahlenbelasteten Räume betraten eh nur die beiden KI, Nuk und Lear.
Nach gut einem Jahr waren sie hier wirklich zu Hause. Sie hatten es sich auch ein bisschen gemütlich gemacht, indem sie Bilder an die kalen, weißen Wände projizierten. Mal Landschaften, mal Kunst, z.B. Van Gogh oder Matisse, ein wenig Farbe. Tägliche Routine, manchmal ein bisschen Gerumpel, wenn sie durch Meteoritenteile flogen. Man verstand sich nach wie vor gut, bis auf ein paar Debatten über alltägliches. Die Freitagabende waren immer Partyzeit und sie tanzten und sangen alte Gassenhauer.
Nachrichten von der Erde kamen schleppend. Amira und Ayala hatten die konstanteste Verbindung zu ihren Schwestern. Schlechte Nachrichten von der Erde. Sylt war abgesoffen. Bisamratten und Nutria, die aus osteuropäischen Pelztierfarmen in der 90er Jahren ausgebüchst, bzw freigelassen wurden, hatten die Deiche als willkommenes Siedlungsbau Projekt entdeckt und alles wie einen schweizer Käse durchlöchert. Dann kam das rapid flow water. Zu viel Wasser im Ozean, weil die Pole schmolzen. Schwups waren die Halligen und andere Inseln weg. Grönland wurde kleiner und nun auch grün. Ella weint, weil ihr Great Barrier Rief mittlerweile fast ganz tot ist. Einzig die bösen Vieren vermehrten sich weiterhin. Der Rest von Australien brennt mal wieder, dafür ist Indien überschwemmt. Autralien hat als einziger Kontinent die diversen Pandemien ohne große Menschenopfer überstanden. Sie waren jahrelang abgeschottet. Die eigenen Probleme im Land hatten sie nicht im Griff. Sie bauten weiterhin Kohle ab, fuhren Autos mit Verbrennermotor. Aber ihre Ignoranz brachte sie an den Rand des ökologischen Chaos. Hitzerekorde, Buschbrände, das Riff starb.
Eigentlich waren die Crew froh nicht mehr dort zu sein, weil es so aussichtslos ist. Sie bangen nur um ihre Familien, so wie die in Gedanken immer bei ihnen waren.
Abends trösten sie sich gegenseitig und träumen von der Zukunft. Wie wird es auf Planet B sein. Es soll ein stark vulkanischer Planet sein, aber mit Wasser. Wasser ist Leben, wenn’s sauber ist. Dort konnten sie dann bei Null anfangen und versuchen, die Fehler, die den Planeten Erde zerstört hatte, nicht noch einmal zu machen. Sie sahen sich schon, wie die ersten Siedler, mit einfachen Mitteln den Boden zu bearbeiten. Ella hoffte auf ein Meer, das unberührt ist, mit sauberem Wasser.
ChenLu hat es satt immer nur die Monitore und Aufzeichnungen zu beobachten. Sie fragt Luan, ob sie nicht auch ein bisschen auf dem Acker helfen könne. ,,klar, hast du Gummistiefel dabei? Wir tauschen mal und ich sitz in der Kommandozentrale und kraul mir die Eier. Kann ja nicht so schwer sein“ Felix meint, ,, warum nicht, wir sollten in allen Abteilungen mal gewesen sein, kann ja mal wer ausfallen“. Von nun an tauschen Sie immermal die Aufgaben. Das machte Spass, ein Kernmitglied ist immer dabei, dass nichts schief geht. Allrounder. Es war eine willkommene Abwechslung und man erkannte, dass jeder Job im Raumschiff wichtig war. Ausserdem lernte man wichtige Dinge dazu. Zur Not kann man mal etwas reparieren, das gar nicht in den eigenen Aufgabenbereich gehört.
Nach Feierabend ist dann nur noch das Notfallpersonal im Dienst. Die Mädels machen Yoga, die Jungs Blödsinn. Verbiegen für Ziegen, das soll Sport sein, fragen sie dann, während sie die Playstations quälen. „ Ihr faulen Säcke könntet auch mal Yoga machen, das hilft bei der Beweglichkeit, nur Muskeln allein bringen nichts.“
Zwischen ChenLu und Cooper hatte sich eine Beziehung entwickelt. Beim ersten intimen Treffen der beiden, sind sie sehr angespannt. Zunächstmal sind Heimlichkeiten in diesem begrenztem Raumschiff schwer zu gestalten. Dann gestand Cooper, dass dies seine erste Nummer mit einer Asiatin sei und auch im Orbit. ChenLu kicherte, „für mich bist Du auch der erste Australier“. China und die Aussis waren in den vergangenen Jahre erbitterte Feinde. „Aber Sex im Orbit ist nix neues. Wir haben hier jetzt fast keine Schwerelosigkeit mehr. Schwerelos ist das schon noch anders“. Cooper war erstaunt. ,,Wie, Du hast schon mal im Orbit?“, ,, Klar, alles zu Forschungszwecken“. Kopfschütteln, die Chinesen, unglaublich.
Lange blieben die Turteltäubchen nicht unentdeckt. Warum nicht, wir könnten Familien gründen. Zeit haben wir und Marie ist Gynäkologin, Hebamme. ,,Nur blöd, dass wir keine Großeltern hier haben, die auf die Kinder aufpassen können“ meinte James. Igor antwortete ,, wir könnten die KIs umprogrammieren“. Alle hatten aber auch Beziehungsprobleme im Hinterkopf, ,, keine Beziehung im gleichen Betrieb anfangen“. No fucking in the Company. Macht nur Stress. Andererseits waren sie alle noch jung, gesund, warum eigentlich nicht.
Nun kamen Amira und Kahlil mit der Sprache raus. Die beiden waren vor Jahren schon mal ein Paar. Nun hatten sie sich wiedergefunden. Sie trafen sich heimlich im Pflanzentrakt zu einem Schäferstündchen, oder besser Viertelstündchen. Alle trugen Sender bei sich, sodass man immer sehen konnte , wo wer war. Das ist niemandem aufgefallen, dass die soooo dicht im Pflanzenhaus zusammen waren. Die Franzosen eben hahaha.
Auf der Krankenstation hatten sie kurzfristig einen Totalschaden am KI. Die Mädels hatten Doc eine Schürze umgebunden, sah lustig aus. Leider konnten die Kühlventilatoren den Prozessor nicht genügend kühlen. Er ist einem Hitzschlag erlegen. Blöde Weber. Puma Hong und SaBin hatten tagelang zu tun, um ihn wieder herzurichten.
Dann brach irgendwann die Kommunikation zur Erde fällig ab. Amira träumte oft von Nachrichten, die ihr ihre Schwester zukommen ließ, aber das war nicht fundiert. Sie waren jetzt schon zu weit aus dem Sonnensystem raus. Ob die Krümmung ihrer Flugbahn damit etwas tu tun hatte, keine Ahnung. Sie waren immerhin schon fast zwei Jahre unterwegs. Die Sterne verloren ihre Leuchtkraft, sie waren jetzt zwischen zwei Sonnensystemen.
Chen Lu brachte 2042 ein gesundes Mädchen zur Welt. Marie hatte auch gute Arbeit geleistet und dem ersten Raumbaby auf die Welt geholfen. Alle waren entzückt über das kleine süße Ding. Nun brauchten sie noch ein Kinderzimmer. In. Chen Lus Wabe war nicht viel Platz. So bekamen die beiden noch einen zusätzlichen Raum neben der Krankenstation. Das sollte gut gehen, solange kein Patient den Raum benötige.
Die KIs wurden neu programmiert, denn Kleinkinder waren eigentlich nicht vorgesehen und könnten mal kurz weggeräumt werden. Nein nicht wirklich. Den KIs wurden die neuen Mitbewohner als Crewmitglieder programmiert . Fortpflanzung ist ist bei menschlichen Rasse schon vorgesehen. Auch darauf war man im Hinterkopf eingerichtet. Ein kleines Menschenkind, das die Erde wahrscheinlich nie betreten würde. Sie bekam den Namen Chen Earth. Cooper verbrachte viel Zeit mit seiner Tochter. Sang ihr Schlaflieder und schwärmte ihr vom Surfen vor. Im Kontrollraum war sowieso nicht gar so viel zu tun. Die Enterprise flog und flog und flog. Geradeaus, in einer Krümmung? Egal, der Kurs war vorprogrammiert. Carry on.
Kurz nach der Geburt von Chen Earth, kamen Amira und Kahlil ebenfalls mit der frohen Kunde, wir bekommen auch ein Baby. Balu brachte seine Bedenken zur Sprache: ,, Wenn wir so weitermachen, bekommen wir Platzprobleme “. War nur ein Witz, alle freuten sich auf den Kindersegen. 2043 kam dann ein Junge zur Welt, Sie nannten ihn Adam. Vielleicht war er es, der die neue Menschenrasse auf Planet B gründet.
Ivana und Igor waren mittlerweile auch ein Paar, wollten aber kein Kinder, da sie beide Kernphysiker, bzw. Strahlenphysiker waren. Das arme Kind kommt leuchtend auf die Welt. Das macht den Ultrschall von innen nach außen, hahaha. Im Hinterkopf hatten Sie Angst vor Missbildungen. Sie waren beide schon zu lange in diesem Umfeld. Ob ihre Gene noch intakt waren, konnte man nicht vorhersagen. Beide hatte zu viele missgebildete Kinder nach Tschernobil gesehen.
Marie und James hatten auch ein Techtelmechtel. Angeblich nichts ernstes, nur Sex zur Entspannung.
Alle waren erstaunlich gut drauf, physisch. Das vegane Essen und die ständige Gesundheitskontrolle . Sport, kein Alkohol, kein Nikotin. Fit für eine Olympiade.
Sie hatten weiterhin Erdzeitstunden Einteilung und auch den Kalender . Da sie keine Neuigkeiten mehr von der Erde erhielten, kreisten ihre Gedanken nun mehr und mehr um den neuen Planeten. Nach ihren Berechnungen hatten sie noch gut 22 Jahre vor sich. Was für eine Zeitspanne. Es war zwar nie langweilig. Alle hatten ihre Aufgaben. Ihr kleines autarkes System musste funktionieren. Im Bio Labor wurden neue Lebensmittel hergestellt. Fischähnliche Gerichte aus Algen, fast nicht von echtem Fisch zu unterscheiden, geschmacklich! Einen Zahnarzt hätten sie brauchen können. Es gab nicht richtig was zu beißen. Rebecca und Ella arbeiteten daran. Eine Gynäkologin und eine Chirurgin hatten sie. An die Zähne hatte niemand gedacht. Mist. Die Mediziner gaben ihr bestes . Den Vorschlag von Puma, einen KI zum Zahnarzt umzuprogrammieren schlugen alle schnell aus. Angst vorm Zahnarzt ist eine weitverbreitete Volkskrankheit. Da fliegt man eher in den Interstellaren Raum. Es war auch eher das Zahnfleisch, als die Zähne selbst. „ das kriegen wir auch noch hin“.
Die Kinder machten allen viel Freude. Sie plapperten in vielen verschiedenen Sprachen. Puppen und Bauklötze wurden phantasievoll für sie gebastelt, bzw vom 3 D-Drucker hergestellt . Mit der Kleidung war das nicht so einfach. Die Kleinen trugen Behelfswindeln. Es war warm, also brauchten sie noch keine Kleidung. Die KIs achteten penibel darauf, dass nichts daneben ging und wenn, wurde es vorsichtig weggesaugt . Die Crew beschloss, dass Natalia sich um die schulische Ausbildung kümmern sollte. Amira, die mal Lehrerin war unterstützte sie dabei. Aber sie hatte viel mit dem Bauernhof und den Bienen zu tun. Mindestens einmal pro Woche hatte sie schmerzhaften Kontakt mit den Tierchen. Die Bienen wurde zunehmend aggressiver. Es war kein richtiger Sonnenstand da, das machte sie konfus. Vielleicht auch, weil es keine Winterruhe gab. Wenn Amira die neuen Königinnen markierte, kam es sowieso zu Zwischenfällen . Die extra angelegten Blütenetagen waren oft überfüllt von Arbeiterinnen. Man musste künstliche Jahreszeiten einrichten, dann wird’s wohl gehen.
2048 bekamen Luan und Cooper ihr zweites Kind. Ein Junge. Noah, passend zu Arche. Große Freude. Nur war die Erhaltung der Menschheit nicht mit einer Frau und zwei Kerlen zu bewältigen. Da geht noch mehr, oder die eingefrorenen Zellen müssen herhalten.
Alle hatten sich damit vertraut gemach, dass es nur eine neue Welt für sie geben würde. Ihr altes Leben war Vergangenheit. Nie wieder baden im Pazifik, kein Sufen in Portugal, keine Alpenwanderungen, kein nightmarket in China, kein Rodeo, kein Football............. Was erwartete sie auf dem neuen Planeten. Ein großer Steinhaufen mit Vulkanen? Wasser soll es geben, aber wie wird es aussehen. Gibt es grüne Wiesen? Blumen? Bäume? Wolken sollten da sein, aber ob es regnet? Welches Leben ist schon da, oder ist es vielleicht ebenso ein runtergewirtschafteter Planet, den die Bewohner verlassen hatten? Der Blick nach draußen war immer gleich. Interstellare Weite. Sterne, ab und zu Gesteinsbrocken die gegen die IA Enterprice prasselten.
2050 war dann Marie doch schwanger. Sie hatte Ines schon nach dem ersten Baby zu einer Gynäkologin ausgebildet und sah der Geburt entspannt entgegen. So wie auch Zahnärzte Angst vor der eigenen Zunft haben, erging es Marie nicht anders. Sie machte Ines völlig wuschig. Ständig Ultraschall, ob das Baby auch ok war. Immer wieder Abfragen, was machst du wenn......... Ines war manchmal recht sauer. „ Ich bin Chirurgin, und Augenheilkunde, ha, da werde ich doch ein Baby auf die Welt bringen können“. Notfalls sogar einen Kaiserschnitt. Im vierten Monat stand fest, es wird ein Mädchen. Super, Geschlechtergleichgewicht wieder hergestellt. Im siebten Monat setzten die Wehen ein. Natürlich hatte niemand an Wehenhemmer gedacht. Das Baby kam zu früh. Es war winzig und atmete nicht richtig. Es überlebte nur drei Tage.
Den Schock über den Verlust mussten alle erst mal verdauen. Sie konnten das Kind noch nicht einmal beerdigen. Wo auch. Sie packten es zunächst in eine Tiefkühlbox. Nach einem Monat hielten sie Kriegsrat. Marie stand ständig vor der Box und hatte eine tiefe Depression . James war viel an ihrer Seite, aber sie lehnte ihn ab. Er fühlte sich schuldig. Die Frauen hielten viele Gespräche mit Marie und versuchen sie zu trösten. Die Zeit muss heilen.
Die Zeit verging und Marie stürzte sich in ihr Labor und arbeitete an neuen Medikamenten. So etwas darf nicht noch mal passieren. Man hätte bei ihr versuchen sollen, die Wehen mit anderen Mitteln zu bremsen, z. B. mit Canabis, das hatten sie dabei. Als Schmerzmittel, kann man auch zur Beruhigung nehmen. Hätte klappen können, hätte hätte......alles ging zu schnell.
Als Luan Earth 8 Jahre alt war, wurde Natalia 40. 2050 Erdzeit. Es gab eine schöne Geburtstagsfeier. Die Küche hatte eine Torte gezaubert, gut, Kerzen gab es nicht, aber alle waren froh, dass sie hier zusammen waren, wie eine große Familie, WG. Die schwere Depression lag hinter ihnen. Für die drei Kinder war es eine willkommene Abwechslung. LuanEarth 8, Adam 7 und Noah 5. Eine herrliche Rasselbande. Normale aufgeweckte Kinder, die nichts anderes kannten, als das Raumschiff. Die mit den KIs ihre Späße machten. Balu hatte die KIs auf Kinder programmiert und so kam dann ab und zu der Satz: „jetzt ist genug, geht in den Hof spielen, Fußball oder so.“ immer wieder ein Lacher, die Kinder kannten keinen Hof, oder Garten. Das Gewächshaus war für sie tabu, auch wegen der Bienen. Die Armen hatten keinen Hund, keine Katze zum Streicheln. Wie traurig. Alexey bemerkte dazu nur“ auch keinen Hund oder Katze zum Essen, schließlich sind zwei davon Halbchinesen“. Böse Blicke trafen ihn, „ war nur ein Witz“.
Die Ausbildung der Kinder gestaltete sich auch schwierig. Kinder malen gerne, ist auch wichtig für die kreative Bildung. Es war aber kein Papier und keine Stifte da. Also malten die Kinder auf einem Bildschirm. Diese Bilder kann man nicht über das Bett hängen. Bastel mal Weihnachtsdeko, Fazit, Weihnachten fiel erst mal aus. Alle irdischen Rituale fielen aus. Außer dem Neujahrsfest, obwohl die Chinesen auch da anderer Meinung waren. Was ging den Kindern alles verloren, Weihnachten, Osterhase, Einschulung, Sommerferien, Halloween. Gut Halloween konnten sie feiern. Das taten sie auch dann. Aber es war schwierig, ohne Spinnen, Monster und Kürbis. Kürbis hatten sie, aber der war zu schade um als Deko herzuhalten. Sie gaben ihr bestes.
Die Kommune Enterprise dachte sich auch abwechslungsreiche Spiele aus. Die Männer bastelten sich aus Infusionsbeuteln einen Football und tobten durch den langen Gang. Marie hatte dann die eine oder andere Blessur zu richten. Die Frauen widmeten sich der Körperpflege, Haare schneiden, Algenmasken gegen Falten, was Frauen so machen, wenn die Kerle Football spielen. James und Cooper vermissten das Feierabendbier im. Clubhaus. Das ist das erste was wir auf Planet B bauen „ und woher kommt das Bier?“, „ na vom 7/ 11 oder Liquer store, wo sonst, oder hast Du Hopfen und Hefe mit dabei.“ is klar.
2051, immer der gleiche Trott. Sie freuten sich schon auf irgendwelche Pannen, in der Küche, im Hygienebreich, im Pflanzenhaus. Wie in jedem Haus ist nach 14 Jahren an der einen und anderen Stelle der Wurm drin, Abnutzung, Gebrauchsspuren. Da wurde dann mal ein, zwei Tage repariert. In zeitlichen Abständen wurde eine Drohne um das Raumschiff gefahren um Schäden an der Außenwand zu kontrollieren. Abwechslung im Alltag . Luan Earth war jetzt schon fast eine junge Dame. Obwohl sie weder von Werbung und Klassenkameradinnen beeinflusst wurde, benahm sie sich wie eine Prinzessin. Sie kokettierte, wurde zickig, Aha, die Pubertät lässt grüßen . Die beiden Buben blieben davon nicht verschont, sie wurden zu ihren Lakaien. Mach dies, hol das. Beide taten es gerne und beflissen. Das alte Spiel. La femme fatal. Wenn Luan Earth ein Buch las und keine Lust auf Verstecken spielen hatte , quengelten die beiden Jungs rum. „komm, Spiel mit uns“. Die Dame ließ sich bitten und nahm gerne Geschenke und Versprechungen an. Aber manchmal ließ sie sich nicht erweichen. „ Ich lese ein gutes Buch, von der Erde, als da noch alles gut war. Ihr solltet euch auch ein bisschen mehr dafür interessieren, wie das Leben unserer Eltern mal war“ . So fragten sie die Erwachsenen nach Lesestoff. Astrid Lindgren, Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneboerga. Sie verschlangen die Bücher. Für sie war das Sciencefictionromane, völlig unrealistisch, eine andere Welt. Die Erwachsenen waren von diesen Äußerungen tief betroffen. Was haben wir da angerichtet. Diese Kinder hätten auf der Erde keine Zukunft , das war wie bei Tarzan oder Mogli, Wesen aus einer anderen Welt/Zeit. Die Kinder hatten trotzdem ihren Spaß an diesen Geschichten. Von nun an erzählten die Erwachsenen jeden Abend Geschichten von der guten alten Erde. Dem Sonnenuntergang, den Tieren, den Menschen, den Städten und Dörfern. „ Warum seid ihr da weg, wenn das doch so schön war?“. Tja, das ist eine andere Geschichte.
2051. hatte Ayala plötzlich das Gefühl, ihre Schwester rede mit ihr. Hirngespinnst, das kommt davon, weil wir ständig von früher reden. Die Vergangenheit auf der Erde war viel im Gespräch. Die Kinder drängten immer nach neuen Geschichten und man erinnerte sich lieber an die schönen Dinge, weniger an die Zerstörung.
Nach einigen Tagen erzählte auch Amira von lebhaften Träumen, in denen ihre Schwester mit ihr sprach. ????? Diesem Phänomen müssen wir nachgehen . Die beiden Frauen trafen sich dann in einem ruhigen Raum um konzentriert auch Nachrichten an die jeweilige Schwester zu senden. Irgendwie hatten sie Kontakt, aber diffus. Sie redeten mit Felix und Kahlil darüber. Die hatten keine Träume oder Ähnliches. Männer sind nicht so sensibel.
Ein paar Tage verstrichen, da zuckte Ayala beim Abendessen zusammen und rief“ wo bist Du?“. Sie rannte rum und rief „wo, wo. Antworte mir“. Sie war völlig außer sich. „ Esha ist in meiner Nähe, aber ich verstehe nicht genau wo“. Sie war so verstört, dass Marie ihr etwas zur Beruhigung geben musste.
Am nächsten Morgen kam der Klops. Ayala kam zum Frühstück und erklärte, dass ein zweites Raumschiff unterwegs sei und sie bald überholen würde. Man hatte auf der Erde ein zweites Schiff mit noch besserem Antrieb geschaffen und losgeschickt. Ihre Schwester, Esha, Ines und Fritz seien auch an Bord. Alle hielten Ayala zunächst für verrückt . Da erklärte Amira, dass auch sie das Gefühl habe, ihre Schwester sei in der Nähe. Felix hatte keine Vision.
Die Nachrichten von Esha kamen in unregelmäßigen Intervallen. Der blaue Planet war nicht mehr zu retten. Alle bauten fieberhaft an Raumschiffen, um weg zu kommen. Die Menschen, die auserwählt waren, wurden ausführlich geprüft. Fast alle Kontinente waren mittlerweile radioaktiv oder virenverseucht. Viele Inseln und Teile von Kontinenten überflutet. Landwirtschaft war nur noch in Afrika und der Tundra möglich. Der Rest durch Umweltkatastrophen zerstört und Gift verseucht. Das Meer voller Plastik . Nur junge und gesunde Menschen hatten eine Chance auf Evakuierung. Die politischen Querelen waren dem Kampf ums Überleben gewichen. Ob hochrangige Politiker mit an Bord waren, hoffentlich nicht.
Amira hatte dann auch guten Kontakt zu ihrer Schwester, die diese Hiobsbotschaft bestätigte. So erfuhr sie auch, dass Omar verstorben war, Krebs. So ein Mist, in Zeiten von bösen Pandemien an so etwas zu sterben. Seine Uhr war abgelaufen. Kahlil war tieftraurig. Er hatte einen kleinen Hoffnungsschimmer , seinen Bruder wenigstens noch mal spüren zu können. Felix war aufgeregt und suchte ständig Kontakt zu Fritz, vergebens. Er machte sich so verrückt, dass auch er eine Ladung Canabis verabreicht bekam. Völlig entspannt hat es dann geklappt. „ Guude Fritz, was geht?“ Der war natürlich auch total aus dem Häuschen, seinen Bruder wieder zu spüren. „ Wir sind so froh, die Erde verlassen zu können, es ist unvorstellbar dort. Auch auf der Erde ist man zu synthetischen Nahrungsmitteln übergegangen, alles andere ist verseucht.“
Die Konversationen mussten nun vom Familienchat unter Geschwistern auf eine professionelle Ebene gebracht werden. Wer konnte schon wissen, wie lange dieses Fenster offen bleibt. Die EVA, wie das neue Schiff genannt wurde, war doppelt so schnell unterwegs wie die Enterprice . Die rauscht an uns vorbei, wie ein Ferrari an einem Fahrrad , obwohl wir jetzt in der Phase unserer Höchtsgeschwindigkeit sind, die aber auch. Oder ist unser Plan auch schon überholt.
Also wurde ein Fragenkatalog erstellt. Wie viele seid ihr , wisst Ihr schon mehr vom neuen Domizil, wann werdet Ihr voraussichtlich dort sein, habt Ihr andere Versorgungen? Also alle technischen Details. Wie schlimm es auf der Erde war, wollte eigentlich keiner mehr wissen. Abgehakt. Die andere Crew wollte natürlich auch alles jetzt und gleich wissen. Den Telepathen qualmte der Kopf.
Sie erfuhren viel Neues. Die Venus war jetzt auch ein zu einem Evakuierungsplanet geworden. Dort war es zwar viel zu kalt, bzw. warm zum Überleben, aber in einer Art Zwischenstation war da möglich. Ähnlich wie auf dem Mars. Hunderte von Erdenmenschen waren geflohen. Alle, die es sich finanziell leisten konnten oder wissenschaftlich relevant waren. Die Armen und Kranken hatten, wie immer das Nachsehen. Was für ein Ende für einen so schönen Planeten. Die zweite Mission war jetzt fast 7 Jahre unterwegs. Die IN Enterprice schon 12 Jahre. So erfuhren sie auch, das noch insgesamt 3 weitere Raumschiffe nach und nach losfliegen würden. Na dann hoffen wir mal, dass es keine Reise ohne Rückkehr wird. Vielleicht müssen wir den Rest unseres Lebens in einem Raumschiff herumtrudeln.
Vom Planet B hatten sie auch neue Erkenntnisse, es muss Wasser geben, Wolken sind zumindest da. Hoffentlich Wasserwolken und keine giftigen Stoffe von den wohl immer noch sehr aktiven Vulkanen. Die anderen Schiffe hatten auch Erbmaterial von Nutztieren dabei, Fische, Ziegen, Ratten, Schweine.
Von den einzelnen Familien erfuhren sie dann auch einige Neuigkeiten. In Europa waren die meisten Staaten nach den Pandemien am Limit. Die Wirtschaft, die medizinische Versorgung und vor allem die Ausbildung junger Menschen war am Boden. Auch dort unten behalf man sich mehr und mehr mit künstlich hergestellten Lebensmitteln. Landwirtschaft war nicht mehr möglich. Die Familien in Deutschland und Frankreich lebten von einem Lockdown in den nächsten.
Das gleiche galt für die USA. Das Land war von Einwanderern aus Mittel- und Südamerika überrannt worden. Die Menschen brachten neue Viren mit und überforderten die Wirtschaft total.
In China und Russland hatte man zumindest die Wirtschaft im Griff. Man ging dort aber auch über Leichen, die medizinische Versorgung war mangelhaft. Alle Elternteile in China waren mittlerweile verstorben. Alte Menschen stehen im Weg und bringen keinen Nutzen mehr. Sehr, sehr traurig, wie weit ist die Moral verkommen. Balu erfuhr, dass seine Heimatstadt einem Tsunami zu Opfer gefallen war. Auf 10 km ins Landesinnere gab es keine Überlebenden. Ayala und Esha‘s Familie war schon vor Jahren in den Norden Indiens geflüchtet, in ein ganz kleines Dorf, das autark war, aber sehr weit abgelegen war. Eine kleine Möglichkeit zu überleben. Die Oma hat es immer vorgemacht.
Korea war jetzt Teil von China. Ein kleines Land war nicht fähig alleine zu überleben. Was für ein Leben?
All diese Nachrichten machten keine Hoffnung irgendwann wieder auf die Erde zurückzukehren.
Plötzlich war auch wieder eine Kommunikation über die Computer möglich. Somit bekamen sie Updates, die auch gespeichert werden konnten.
Die Crew von EVA war überrascht und erfreut über die Kinder auf der Enterprice. ,, das habt ihr sehr gut gemacht, wir arbeiten auch daran“. Auch auf der EVA waren zwei Kinder zur Welt gekommen . ,,Hoffen wir auf eine gute Zukunft für unsere Kleinen.“
Es gab auch neue Filme zu sehen. Keine Blockbuster, eher Katastrophenfilme. Trotzdem gab es für die Kinder Überraschungen. Filme von Tieren und alte Disneyfilme. Irgendwie waren die anderen besser vorbereitet. Die Kinder sahen nun mit Begeisterung, Bamby und Dumbo, das Dschungelbuch. Was würden sie ihren Kindern mal zeigen? KIs in Action? Keines der Kinder ist jemals gebadet worden. Dusche gab es nicht. Wasser im Überfluss, wie ein Meer oder See, kannten sie nur aus den Filmen.
Nach 4 Wochen brach die Kommunikation allmählich ab. EVA hatte die Enterprice überholt. Die Telepathen hielten noch ein paar Tage länger durch. Dann war’s vorbei.
Sie alle waren auf der einen Seite froh, nicht die Ersten auf Planet B zu sein. Andererseits war ihnen diese Abenteuer gestohlen worden. Man hatte sich verabredet. In 10 Jahren treffen wir uns wieder. Irgendwie, irgendwo im Chaos. Dann sollte die EVA schon drei Jahre dort sein und bitte schon mal alles vorbereitet haben, vor allem den Pub und den 7/11, einen Friseursalon, einen Park mit Bäumen, was für ein schöner Traum.
Sie landen dann auf grünen Wiesen, an einem See. Alles grünt und blüht üppig.
Alles nur ein Traum? aus dem ich jetzt aufwache, oder Zukunft?
2060, Chen Earth ist jetzt 18 Jahre alt und in den Arbeitsalltag eingebunden. Sie hatte in allen Abteilungen studiert und sich dann für die Medizin und Forschung entschieden. Adam war jetzt 17 und Noah 13. Ganz klar hatten sich die Jungs für ein technisches Studium entschieden. Berechnungen, Zahlen, technischer Firlefanz, wie Chen Earth feststellte. Leider gab es keine weiteren Kinder auf der Enterprice. Igor und Jacob machten sich ihre Gedanken. „ Wir brauchen einen Notfallplan, für den Fall, dass einer von uns total ausfällt. Der Reaktor muss immer im Auge behalten werden und das gesamte Antriebssystem dazu.“
Noah, das jüngste Mitglied entschied sich dazu, nun auch Kernphysik in die Ausbildung aufzunehmen. „ Kann ja nicht so schwer sein, was die beiden Alten da machen, kriege ich auch hin.“ Das war ziemlich respektlos und Noah wurde für seine Überheblichkeit gerügt. Auch in einem Raumschiff weiß die Jugend immer alles besser.
Plötzlich entstand durch eine Kollision mit einem großen herumfliegenden Gesteinsbrocken ein Totalausfall. Alles stand still. Igor und Jacob rotierten, bis der Reaktor wieder unter Kontrolle war. Dann musste das gesamte System wieder hochgefahren werden. Chaos in allen Abteilungen. Nach und nach lief alles wieder. Durch den Ausfall war auch die Geschwindigkeit gedrosselt worden. Plötzlich hatten sie wieder Schwerelosigkeit. Das war ein Spaß für die Kinder. Sonst konnte niemand etwas witziges an dieser Situation finden.
Nach einigen Tagen waren sie dann so weit, dass sie die Höchsgeschwindigkeit wieder aufnehmen konnten. In wie weit die Navigation verändert war, konnten sie nicht feststellen, wie auch. Aber es konnte nicht mehr so weit bis zum Ziel sein. 5 Jahre noch. Sie hofften auf ein bisschen Glück.
Trotzdem waren sie alle beunruhigt. Eigentlich müsste man bald mal etwas von der neuen Galaxie sehen können. Diese Sonne dort soll noch größer und heller sein, als die in der Heimat. Nix am Horizont.
Wenn wir jetzt im Lichtjahrentempo am Ziel vorbeisausen. Vielleicht kann uns die EVA sehen, orten und lotsen. Diese gesamte scheiss Technik hilft uns jetzt nicht weiter. Nun wäre der richtige Zeitpunkt zum beten. Marie musste einigen regelmäßig Einschlafhilfen geben. Die Crew war jetzt auch nicht mehr so jung, so abenteuerlustig, so unerschrocken. Die Frauen kamen so langsam in die Menopause und waren sowieso nicht mehr so belastbar. Von wegen, im Raum altert man langsamer, alles Quatsch. Der Körper ist zwar der Sonneneinstrahlung nicht mehr ausgesetzt und trägt somit keine Hautschäden mehr davon. Das Essen ist gesund und ohne Pestizide und Hormone. Körperlich ist die Crew in einem Topzustand. Trotzdem zeigt das Altern seine Spuren. Bei den Männern werden die Haare dünner. Die Frauen werden immer weniger belastbar, sie sind oft sehr müde und antriebslos. Zum Glück hat keiner organische Probleme. Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen habe sie wohl auf der Erde gelassen. Gut so. Die tägliche Arbeit kann noch problemlos bewältigt werden. Jetzt hilft nur positives Denken.
Nach gut 2 Jahren entdecken sie Licht in der Dunkelheit. Das sieht gut aus. Vielleicht ist das das neue Sonnensystem. Hoffnung kommt auf. Die Richtung stimmt noch, hurra.
Sie kleben ständig an den kleinen Bullaugen, um etwas von der neuen Welt erkennen zu können. Es ist nur ein Licht am Horizont und es will nicht näher kommen. Trotzdem haben sie jetzt neuen Antrieb und Hoffnung. Aufgeregt malen sie sich das Wiedersehen mit der Besatzung des anderen Raumschiffs aus. „Hoffentlich habe die schon mal eine gescheite Basis eingerichtet, so mit Bar und Snacks.“ träumt Cooper. „ Egal wie unser Wiedersehen aussieht, ich wäre so froh meinen Bruder gesund und munter umarmen zu können.“ Marie schickt die Mädels, Amira und Ajala in eine Meditation, um eventuell Kontakt mit den anderen herzustellen. Nichts, kein Kontakt. Die Stimmung sinkt wieder . „Vielleicht sind die am Planeten B vorbei gerauscht.“ mutmaßt Felix .
Es herrscht ganz miese Stimmung. „ wenn das so sein soll, sind wir eben doch die ersten dorr.“ meint Rebecca. „Wir hatten uns schon so auf den Gedanken, dort empfangen zu werden, festgelegt. Also, Ärmel hochgekrempelt, Planet, wir kommen.“
Die Kinder, die keine Kinder mehr waren, waren extrem aufgeregt . Zum ersten mal würden sie einen Planeten betreten. Sie waren sehr gut ausgebildet und konnten überall mithelfen. Wie würde es jetzt weitergehen?
Nach einigen Monaten bekamen sie Signale, ähnlich denen, die die NASA und ESA aussenden um mit eventuell Außerirdischen in Kontakt zu kommen. Natalia wertete die Signale aus. Kam aus Ihrem Arbeitsplatz heraus, schüttelte den Kopf. „Das ist unmöglich. Ich kann es entschlüsseln. Es ist derselbe Code, den die Erde aussendet. Ich prüfe es noch einmal. Balu, kannst Du mir helfen?“
Nach gut einer Stunde kamen die beiden wieder. „ Es ist kein Zweifel, das sind die Signale von der Erde. Wir müssen darauf antworten.“ Sie bitten James dazu, da er Erfahrung mit der NASA hat. Sie verfassen eine Antwort und senden sie los. Bange Stunden vergehen. Erst am nächsten Tag erhalten sie eine, ebenfalls verschlüsselte Nachricht. „ Hallo, bitte identifizieren sie sich.“
„Das kann doch nicht wahr sein , wie weit können die dieses Signal senden. Es ist eindeutig die NASA“. James sendet jetzt die Identifizierung des Raumschiffes.
Die Antwort kam schnell „ bitte drosseln Sie Ihre Geschwindigkeit. Wir haben sie jetzt auf dem Schirm. In kürzester Zeit können wir über die normalen Kommunikationswege kommunizieren.
Sprachlosigkeit auf der Enterprice. „Wir sind im Kreis geflogen, jahrzehntelang“. Ohura bricht in Tränen aus. Die Fluggeschwindigkeit hatte sich eigenständig verringert, das hat noch geklappt. Sie waren wieder in Schwerelosigkeit. Für die Kinder eine neue Erfahrung. Übermütig trudelten sie umher, selbst für die jetzt schon jungen Erwachsenen ein Heidenspektakel.
In der Kommandozentrale herrschte Verwirrung. ,, Wenn wir uns nicht irren, passieren wir gerade Neptun, oder einen sehr ähnlichen Planeten‘‘ rief Ohura, alias ChenLu. Was soll denn der Quatsch. Sind wir in einem ähnlichen Sonnensystem, so etwas wie ein Zwilling. Ein Spiegel? Das kann nicht sein. Nach ein paar Wochen hatten sie Kontakt. ,, hier ist die AI Enterprice, kann uns jemand hören?‘‘ dann kam die Antwort:,, Hallo, hier ist Baikonur, bitte identifizieren Sie sich ordentlich ‚‘‘. Zunächst Sprachlosigkeit. Dann Jubel. Wie weit haben wir uns da verfahren?
Ein Feuerwerk von Fragen ging hin und her. Konnte es sein, dass sie im Kreis herum gefahren waren. Wo sind die anderen Raumschiffe abgeblieben?
Nach langen Gesprächen, erhielten sie die Order wieder auf dem Mond zu landen. 26 Jahre im Kreis geflogen, was für eine Blamage.
Im Jahr 2063 setzten sie wieder auf dem Erdtrabanten auf. Sie sahen die kleine blaue Kugel wieder, sie schien unverändert. Der Mond war nicht wieder zu erkennen. Gebäude, Trabantenstädte und ein riesen Bahnhof. Sie waren wieder, fast, zu Hause.
Die Erdbevölkerung war auf knapp 2000 000 000 geschrumpft. Der Planet erholte sich langsam. Das war jetzt ihre Zukunft. Hoffentlich haben wir daraus gelernt und beuten nicht wieder alle Ressourcen aus. Wir haben gelernt, weniger ist mehr.
Sie landen punktgenau auf dem Mond, Präzisionslandung. Zunächst bleiben sie im Raumschiff. Eine Delegation von Medizinern kommt vermummt an Bord. Alle müssen untersucht werden. Blut, Urin, Stuhl, Hautproben werden genommen. Ultraschalluntersuchung und Röntgen. Marie ist genervt, „ die waren ständig und Beobachtung, wovon sollen wir krank oder verseucht sein?“ Vor allem die jungen Astronauten wurden streng unter die Lupe genommen . Alles in sehr gutem Zustand. Ein Lob an Marie. „ Wir haben uns hier immer gesund ernährt, Sport getrieben und keinen Kontakt zu anderen, was habt Ihr erwartet?“ Die Mediziner müssen es eingestehen, dass die Crew in besserem Zustand ist als die meisten auf der Erde.
Nachdem sie alle für absolut gesund erklärt wurden , werden sie zu einem Empfang in die Aula der Luna gebeten. Ein Staatsempfang, sogar die Regierungschefs von Russland und den USA sind mal fix eingeflogen worden. Um entsprechende Orden zu fertigen war keine Zeit, also nur verbales Lobgehudel. Der Crew ist das schon zuviel. „Wir haben nur unseren Job gemacht und sind auf der einen Seite froh, wieder hier zu sein, auf der anderen Seite ist unsere Mission gescheitert“. Erklärt Felix und ist tief bewegt. Zur Feier des Tages gibt es Sekt, der sich als alkoholfreies Blubberwasser entpuppt. Hier ist nichts mehr, wie es war.
Die Kinder sind aufgeregt und fragen „ wann können wir das erste mal baden oder duschen? Über eine Wiese laufen, ein Tier streicheln?“ Für sie ist das ein neuer unbekannter Planet . Die Antwort ist enttäuschend „ Sorry wir haben sehr wenig sauberes Wasser, aber für unsere Helden aus dem Raum werden wir etwas arrangieren.“
Nach der großen Feier ziehen sie sich völlig erschlagen wieder in ihr Raumschiff zurück. Hier sind sie zu Hause.„Was machen wir jetzt?“ Fragt Cooper. „ für eine neue Mission sind wir jetzt zu alt.“
Sie reden stundenlang und erwägen dies und das. Sie kommen zu dem Schluss, Sie wollen zusammenbleiben. Man soll ihnen einen Platz zuweisen, wo sie das machen können, was sie vorhatten auf Planet B zu tun. Eine neue Gesellschaft , die mit den Recoursen lebt, ohne sie zu verändern, denn das ist ja gründlich in die Hose gegangen. Vieles auf der Erde ist zerstört, aber ein kleines Fleckchen muss es doch geben, wo man wieder bei Null anfangen kann. Landwirtschaft, Fischfang , mit einfachen Mittel. Ein paar junge gesunde Arbeitskräfte wären gut. Sie diskutieren und träumen über ihre neue Welt. Sie sind jetzt die alten, denn alle Eltern sind bereits verstorben, sogar die in Indien, die es wohl noch am besten hatten , auf Großmutters Bauernhof in den Bergen.
Sie beschließen den Neuanfang, ohne Religionen und ohne Rassenkonflikte und ohne Konkurrenz zu anderen Staaten.
SaBin Mingh geht in ihre Koje und kommt mit der koreanischen Flagge zurück. Beschämt zeigt sie die vor. „Die wollte ich auf Planet B in den Boden rammen. Dafür schäme ich mich jetzt. Wir heben sie auf mit dem Versprechen, dass wir nie wieder solche Dinge brauchen, kein Konkurrenzdenken mehr, kein Neid. Nur gemeinsam können wir etwas schaffen.“
Wiedermal: auf zu neuen Ufern, auch wenn diese sehr heimatlich sind.
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